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Die magische Grenze
40 Punkte
Es soll in den letzten
Wochen zahlreiche Löwen-Fans gegeben haben, die immer noch mit
dem Aufstieg spekulierten. Mit Hilfe des Spielplanes sagten sie anhand
der verbleibenden
Paarungen blendende Prognosen für den TSV 1860 vorher: Pro Spiel
drei Punkte, lediglich für das Auswärtsspiel bei der SpVgg Unterhaching
sicherheitshalber nur ein Remis eingeplant, macht am Ende Platz 2. Oder
mit anderen Worten: Das ist der sichere Aufstieg.
Das die Realität komplett anders aussieht, konnte man am vergangenen
Sonntag beim Derby gegen Wacker Burghausen verfolgen. Die Rahmenbedingungen
waren optimal: Die Zuschauerkulisse kletterte wieder über 55.000
Fans und der Gegner schien bezwingbar.
Dazu veranstaltete der TSV 1860 einen sogenannten Juniortag - in der freien
Wirtschaft würde man diese Aktion wohl als Kundenbindungsmaßnahme
bezeichnen: Jedes Kind unter 14 erhielt eine Tüte mit Kleinigkeiten
aus dem Fanshop, darunter eine kleine Fahne.
Unterstützt von zahlreichen (Junior-) Fans, die in ein Fahnenmeer
eingebettet waren, versuchten die Sechzger während der gesamten Begegnung,
die Burghausener massiv unter Druck zu setzen. Schade nur, daß diese
ihre angedachte Rolle nicht bis zum Schluß mitspielen wollten, sondern
den Gastgebern kurz vor Ende des Spiels die Party mit dem Ausgleichstreffer
verdarben. Wieder einmal spielten die anderen Abstiegskandidaten für
1860, wieder einmal konnten sie selbst ihre Chancen nicht nützen.
Lediglich ein 1:1 sprang heraus - viel zu wenig für den Abstiegskampf
der Löwen. Nicht an Löwen, eher an Eichhörnchen erinnern
derzeit die Sechzger, die Pünktchen um Pünktchen sammeln, um
die endlich die 40 Punkte einzufahren, die auch dieses Jahr ausreichend
sein sollten, um sicher die Klasse halten zu können.
1860-Manager Stefan Reuter stellte nach den letzten Auftritten seiner
Mannschaft fest, daß diese mit "zu wenig Herz" spiele.
Wie wäre es statt dessen mit "Einsatzbereitschaft"? Gegen
Burghausen stimmte die Einstellung, aber was war mit den vielen Begegnungen
zuvor? Konnte da wirklich jeder Spieler von sich behaupten, alles aus
sich heraus geholt zu haben? Oder kickte da ein demotivierter Haufen vor
sich hin, der in Gedanken bei Vertragsverhandlungen mit anderen Klubs
war? Spieler, die vergessen haben, daß sie noch im Herbst auf den
Aufstiegsplätzen standen; nun aber nur noch einen Schatten ihrer
selbst abgeben?
Wie dem auch sei, die immer noch optimistischen Löwen-Fans jedenfalls
nahmen das Remis achselzuckend zur Kenntnis und errechneten anhand des
Spielplanes wenige Minuten später, daß es immer noch für
den Aufstieg reichen könnte. Dazu müßte allerdings unbedingt
das Derby gegen Haching gewonnen werden. Einen weiteren Sicherheitspuffer
wollten sie allerdings nicht mehr zugestehen.
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