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Vision
Als ich neulich auf
der Couch lag und mich ohne größere Konzentration vom Fernseher
berieseln ließ, erschien mir eine Vision. Diese möchte ich
euch, Freundinnen und Freunde gepflegten Ballsports, natürlich nicht
vorenthalten. Dazu machen wir einen kleinen Zeitsprung ins Jahr 2010 und
schauen, was die Presse über das letzte Spiel der Eintracht geschrieben
haben wird. Ziemlich ungewohntes Gefühl übrigens, beim Schreiben
den Futur II im originalen Sinn und nicht als Möglichkeitsform der
Gegenwart zu verwenden. Aber egal, zum Spiel.
32. Spieltag, Saison 2009/2010
Am Wochenende stieg in der Allianz Arena das Spitzenspiel Bayern München
gegen Eintracht Frankfurt. Vor vier Jahren entgingen die Gäste nur
knapp dem Abstieg, seit dem ging es in der Liga kontinuierlich bergauf.
Als ursprüngliches Saisonziel wurde die abermalige Qualifikation
für den UEFA-Pokal ausgegeben (2008/09 wurden die Adlerträger
bekanntermaßen Vierter), doch nun ging es für die Hessen um
mehr. Tabellenführer waren sie mit einem Punkt Vorsprung vor den
Bayern, für die natürlich am Samstag nur ein Sieg zählte.
Friedhelm Funkel setzte vor Torhüter Zimmermann auf die bewährte
Viererkette mit Reinhard, Russ, Vasoski und Chaftar. Im Sturm kamen gegen
die körperlich relativ kleine Bayern-Abwehr die kopfballstarken Stroh-Engel
und Amanatidis zum Zuge. Gefüttert werden sollten sie mit Flanken
von Streit, der diesmal den Vorzug vor Köhler erhielt, sowie Ochs.
Im Mittelfeld zogen Jones, Meier und Fink die Fäden.
Die Hausherren waren während der ersten Halbzeit optisch überlegen,
ohne jedoch zu klaren Torchancen zu kommen. Im immerjungen Duell (zum
zehnten Mal standen sich die beiden bereits gegenüber) hatte Vasoski
den letztjährigen Torschützenkönig Podolski klar im Griff.
Einzig zwei Freistöße von Deisler brachten Gefahr, doch Zimmermann
war auf dem Posten und konnte sicher klären. So blieb es zur Pause
torlos.
In der zweiten Hälfte spielten die Bayern offensiver, was natürlich
Platz für Konter schaffte. Und in der 72. Minute war es soweit: nach
einem Ballverlust der Münchner kam Meier an den Ball, der schlug
einen langen Pass auf die linke Seite zu Streit, dieser flankte schön
auf Amanatidis, der unbehindert gegen den chancenlosen Rensing einköpfen
konnte. Bereits der 17. Saisontreffer für den Griechen, ärgerlich,
dass seine Nationalmannschaft abermals in der Qualifikation für die
WM-Endrunde scheiterte. Sollte dies die Vorentscheidung in Sachen Meisterschaft
sein? Nein, die Bayern gaben Gas und kamen in der 85. Minute durch einen
abgefälschten Schuss von Dos Santos doch noch zum glücklichen
Ausgleich. 1:1 der Endstand; die Frankfurter haben mit den mal wieder
abgestiegenen Kölnern und Braunschweig das etwas leichtere Restprogramm
als die Bayern (Freiburg und Schalke), doch mit der Tradition, gerade
die leichten Spiele zu verschustern, haben die Frankfurter noch nie so
richtig gebrochen. Man darf also gespannt sein.
Gespannt darf man auch darauf sein, wie sich die Nationalmannschaft in
Südafrika schlagen wird. Mit Russ, Ochs und Ersatztorwart Zimmermann
sind immerhin drei Frankfurter dabei und wie die Vergangenheit
gelehrt hat, kann Deutschland ohne Eintrachtspieler nicht Weltmeister
werden. In Kürze wissen wir mehr
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