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Spieltag 4 bis 7
Eine neue Folge im Premiumprodukt
des DFB. Vier weitere Runden sind gespielt, Fortuna eher durchschnittlich,
aber mit Tendenz nach oben. Es sieht oft nicht schön aus, ist aber
manchmal wenigstens effektiv, was die Truppe derzeit so abliefert. Wobei
mit die Truppe wirklich der komplette Kader gemeint ist, denn
eins muss man angesichts von Sperren und Verletzungen jetzt schon sagen:
wir geben wirklich jedem eine Chance! Vielleicht sollte ich doch mal meinen
uralten Spielerpass suchen, die Chancen auf einen Einsatz standen noch
nie so gut wie derzeit. Aber eventuell ist ja doch etwas Entspannung in
Sicht. Und immerhin: nach dieser Zusammenfassung kennt wohl jeder den
kompletten Kader der Fortuna...
Vor dem vierten Spiel gab es personell noch etwas Neues: man gab Marek
Klimczok in die Regionalliga zum 1.FC Kleve ab, wo er prompt in der ersten
Partie direkt ein Tor erzielte; nun konnte ein neuer Spieler her. Es wurde
Bruno Custos, Franzose mit Harald-Katemann-Gedächtnis-Einwürfen,
auf der rechten Seite vielfältig einsetzbar. Er kam aus Unterhaching
und seine erste Aufgabe dürfte es gewesen sein, dem Trainer erst
mal detailliert über seine alten Kumpel zu berichten. Denn der Gegner
im nächsten Spiel am 23.08.08 in der LTU-Arena hieß
SpVgg Unterhaching.
Nullnummer gegen Bobfahrer
Als sich eine halbe Stunde vor dem Spiel auch noch Axel Lawaree verletzt
abmeldete (neben Lambertz, Palikuca, Heidinger, Kastrati und meinetwegen
auch noch Heeren), wäre ich mit einem Punkt nicht unzufrieden gewesen,
im Nachhinein muss man sagen, da war mehr drin. Gute Leistung dieser personell
doch arg gerupften Truppe gegen enttäuschende Hachinger, die größtenteils
nur mauerten und zeitweise wüst um sich traten. In der 1. Hälfte
hätte Fortuna in Führung gehen können, Marco Christ traf
mit einem Freistoß nur dem Pfosten, Sahin hatte drei sehr gute Chancen,
Kadah, der etwas blasse Lawaree-Ersatz, eine, und auch Christ hatte mit
einem 20 m-Schuss nochmals Pech. Von Haching rein gar nix zu sehen, der
erste Torschuss exakt in der 30. Minute, und der war auch noch ein Kullerball.
So ab der 60. Minute gedachten die bislang ungeschlagenen Bayern auch
mal ein wenig mitzuspielen, hatten allerdings bis zum Schluss eigentlich
nur eine gute Chance durch einen strammen Fernschuss von Schweinsteiger,
aber Melka konnte hervorragend parieren. Wie gesagt: bis zum Schluss...Fortuna
nach vorne nicht mehr ganz so druckvoll, auch mit weniger guten Chancen,
aber immer noch klar tonangebend. Drei Minuten vor dem Ende hatte der
eingewechselte schöne Claus noch die Riesenchance zum goldenen Tor
für Fortuna, aber er schoss am 5-m-Raum einen Verteidiger an.
Und dann kam der bereits erwähnte Schluss. Denn in der 90. Minute
hätte Haching fast noch den unverdienten Lohn kassiert, als wiederum
Schweinsteiger völlig alleine auf Melka zu kurvte, nachdem der schlechteste
Mann auf dem Platz, Schiri Gagelmann, ein klares Foul an Fortunas Neuzugang
Custos (Mitte der 2. Halbzeit ebenfalls eingewechselt) übersehen
und Haching dadurch erst den Konter ermöglicht hatte. Aber Melka
konnte auch hier großartig parieren und den Punkt retten. Im Endeffekt
wohl eher zwei verschenkte Punkte gegen Münchner Langweiler, die
man gegen Ende der Partie aber immer im Auge behalten musste. Bestnoten
von mir für den abgeklärten Sieger und den erstaunlich sicheren
Walbaum, der immer besser wird. Eine glatte 6 für Hachings
Keeper Kampa, der außer fliegen (und dabei zugegebenermaßen
den ein oder anderen Ball abwehren) genau gar nix drauf hatte, keine Flanke
konnte der fangen, und der Fuß scheint sein natürlicher Feind
zu sein, wenn es darum geht, das Spielgerät vom Tor wegzubefördern.
War natürlich schade, dass Fortuna nicht mehr aufs Tor brachte, aber
wie ist solch eine Krampe eigentlich mal in die 1. Liga gekommen?
Eine noch wohlwollend bewertete 7 für Bundesliga-Schiedsrichter
Gagelmann, der mal wieder seine Linie durchzog: den Gegner von hinten
umgrätschen, das ist internationale Härte, den Schiri böse
angucken, das ist Gelb, und die Linienrichter sind eh nur Staffage, auf
die man nicht achten muss. Es ist wirklich unglaublich, was der sich jedes
Mal rausnehmen darf. So ließ er dreimaliges Hachinger Grätschen
von hinten unbeachtet, ehe er sich mal zu Gelb bequemte, zeigte Tyce nicht
Rot, als der gegen Walbaum nachtrat, zeigte Fink und Caillas nicht Gelb/Rot
und Rot, als Fink wieder mal von hinten foulte und Caillas im Fallen nachtrat.
Dafür gab es Gelb für Christ, der sich bei einem Freistoß
für Fortuna beschwert hatte, dass Gaga einen klaren Vorteil abgepfiffen
hatte und Gelb/Rot für Hachings Vilar, als der aufgrund eines Platzfehlers
vor des Schiris Füße stolperte, was dieser wiederum als Schwalbe
auslegte. Mit anderen Worten: eine wieder mal souveräne Leistung,
die den DFB sicherlich dazu ermutigen wird, Herrn Gräfe, äh,
Gagelmann bald auch mal international anzumelden. Zum Kotzen, diese Selbstdarsteller
aus der 1. Liga...
Ach ja: 10.000 Zuschauer, fand ich persönlich ganz ordentlich. Aus
Haching waren keine 100 am Start, dafür aber gefühlt jeder zweite
mit einer eigenen Fahne. Also einer Bayern-Fahne, nicht Haching (und auch
nicht Schnaps, so weit ich das beurteilen konnte). Und sorry, Jungs, auch
wenn ihr euch schon längst im deutschen Fußball etabliert habt,
auch wenn unsere Abwesenheit aus der 1. Liga schon länger währt
als eure, auch wenn ihr dort an einem letzten Spieltag mal bundesweite
Aufmerksamkeit bekamt ich muss trotzdem immer noch lachen, wenn
ich euer Vereinswappen sehe. Mag ja sein, dass der Bobsport das Erfolgreichste
ist, was Unterhaching je hervor gebracht hat aber auch nach so
vielen Jahren erschließt sich mir nicht wirklich, was ein Bob in
eurem Wappen zu suchen hat. Heißt der Verein mit dem Bob im Wappen
nicht Spielvereinigung? Na dann, weiterhin viel Spaß weiterhin beim
Bobspiel...
Keine Sandburgen in Sandhausen
Am Sonntag, den 31.08.08, musste Fortuna beim SV Sandhausen antreten.
Eine Spielverlegung, die mir sehr zupass kam. Am Samstag zuvor hatte ich
einen unaufschiebbaren Termin, am Montag morgen um 3.20 Uhr startete ich
vom Flughafen Köln/Bonn in den Urlaub. Da passte eine Tour nach Sandhausen
ja noch genau dazwischen.
Für diejenigen, die es noch nicht wussten: Sandhausen liegt in der
Nähe von Heidelberg, über die A 5, Ausfahrt Walldorf/Wiesloch,
recht fix zu erreichen. Nach der Autobahnausfahrt zweimal links, und man
fährt genau drauf zu. Biegt man an der zweiten Kreuzung nicht links
ab, sondern fährt geradeaus, kann man fünf Minuten später
bei der SAP vorfahren und Herrn Hopp mal persönlich sagen, was man
von seiner TSG Hoffenheim hält. Eine hochinteressante Gegend also.
In die die erste Mannschaft von Fortuna auch zum allerersten Mal fuhr,
ein Pflichtspiel SV Sandhausen Fortuna Düsseldorf gab es zuvor
noch nie. Einzig die Zweitvertretung der Fortuna musste vor vielen Monden
schon einmal gegen Sandhausen antreten dies allerdings sehr erfolgreich,
denn durch ein 2:2 und 1:0 gegen die Sandhäuser (ich hab mich bei
Einheimischen erkundigt, die Bezeichnung stimmt) wurde Fortunas Zwote
im Jahr 1977 Deutscher Amateurmeister, eine Ausspielung, die 1998 abgeschafft
wurde. Dieser Triumph ist im Badischen selbstverständlich unvergessen.
Es war klar, dass man auf Rache sinnen würde, war ja kaum 31 Jahre
her. Und das bei unseren Fans, die ja als Auswärts-Vandalen bekannt
sind! Das konnte doch nur schief gehen! So dachte man es sich jedenfalls
augenscheinlich beim DFB, dem Fachorgan für uralte Ansichten, und
setzte das Spiel als Risikospiel an. Das weigerte sich mein
Verstand zunächst, zu glauben, aber die Antwort der ebenfalls angesäuerten
Sandhäuser von deren Geschäftsstelle ließ an Deutlichkeit
nichts zu wünschen übrig:
Das Spiel am Sonntag wurde als Gefahrenspiel eingestuft. Wir möchten
darauf hinweisen, dass - entgegen einiger Meinungen in diversen Foren
- die Risikoeinstufung einzelner Begegnungen vom DFB und nicht von der
Polizei oder des SV Sandhausen ausgeht. Es tut mir leid, aber die anreisenden
Fans müssen gleich nach der Ankunft in ihre Blöcke C bzw.
D2. Ein gemeinsames Treffen in Biergärten oder Restaurationen im
Stadionumfeld ist nicht möglich. Ich würde raten, evtl. an einer
Autobahnhaltestelle (z.b. Hemsbach, dort ist auch ein MD) einzukehren.
Zur Anreise mit der S-Bahn gibt es folgende Änderung: Die S3 erhält
einen zusätzlichen Wagon, so dass die Bahn längenbedingt in
St.Ilgen-Sandhausen nicht halten kann/wird. Der Zug wird zum Bahnhof nach
Wiesloch fahren und von dort aus stehen Shuttlebusse zur Verfügung.
Die Buslinie 720 wird aus der Anfahrtsbeschreibung ganz
herausgenommen, da die Hauptstrasse gesperrt ist und der Bus nicht zum
Stadion fahren kann. Die IC/ICE-Zugfahrer müssen bitte mit der S3
nach Wiesloch fahren und dort in die Shuttlebusse steigen. Das sind viele
nicht so gute Nachrichten. Ich hoffe aber, dass es ein gutes und stimmungsvolles
Spiel wird. Sollte sich nochmals was ändern, melde ich
mich. Wir freuen uns riesig auf euch!
SVS-Geschäftsstelle, Frau Ingrid Gebert, Leiterin GS, Presse und
Marketing
Wie man sieht, ist man in Sandhausen genauso begeistert wie bei uns von
der neuen Aufmerksamkeit, die einem das Premiumprodukt 3. Liga verschafft...
Natürlich hatten die Sandhäuser an jenem Nachmittag Zahltag,
es waren 5.200 Zuschauer im Stadion, ansonsten haben die wohl so um die
3.000. Und natürlich ist das Stadion klein, idyllisch im Wald gelegen
und es gibt nur eine einzige Zufahrtsstraße dorthin. Aber reicht
das aus, um mal eben ein Risikospiel daraus zu machen? Die hieraus resultierenden
Einschränkungen wurden natürlich voll durchgezogen, sowohl für
die Bahn- als auch für die Autofahrer. Ich als Beifahrer gehörte
zu den Letzteren. Als wir nach der oben erwähnten zweiten Abbiegung
geradeaus auf der Landstraße dahin düsten, war diese plötzlich
zu Ende. Nein, sie endete nicht im großen badischen Nichts, auch
hatte Herr Hopp, dem Presse und gegnerische Fans ja mittlerweile alles
zutrauen, dort kurzerhand binnen sieben Tagen das nächste Trainingszentrum
aus dem Boden gestampft, die Straße war schlichtweg durch die Polizei
gesperrt worden. Ankommende Wagen wurden nach links auf die Sandhäuser
Höfe abgeleitet, das sind noch im Bau befindliche Parkflächen
aus Sand, Kies und Schotter, auch recht idyllisch zwischen Maisfeldern
gelegen. Da es an jenem Tag sehr warm war, stand dort die Luft durch den
aufgewirbelten Staub wie eine Eins. Und wen das noch nicht ins Schwitzen
brachte, der hatte immerhin noch einen ca. 20minütigen Fußmarsch
zum Stadion vor sich, um in transpiratorische Wallung zu geraten. Allerdings
wurde der Anmarsch doch ein wenig unterhaltsam gestaltet durch den Blick
auf die Teufelsparker, die von der anderen Seite der Straße
bis zum Stadion vorgedrungen waren (dort hatte die Polizei nicht abgesperrt),
und die Stoßstange an Stoßstange mit zum Teil gefährlicher
Schräglage zum Straßengraben hin aneinander standen. Es war
schon mächtig was los. Vor dem Stadion angekommen, musste ein kritischer
Test absolviert werden: ein Sandhäuser Fan hatte sich zuvor im Fortuna-Forum
gemeldet und u.a. die dortige Feuerwurst hervor gehoben. So etwas lasse
ich mir als bekennender Fan der Mannheimer Feuerwurst natürlich nicht
zweimal sagen! Bzw. eigentlich doch, denn rätselhafterweise musste
man vor dem Erwerb von Grillgut erst die klingende Münze in Essenmarken
umsetzen. Das ist mir wirklich neu in einem Fußballstadion. War
das auch Auflage der Polizei oder wurde der Caterer von einem Sommerfest
eingekauft? Na egal, auch dies gelang, und ich muss sagen jawohl,
schmeckt sehr gut! Da es sich bei diesem köstlichen Imbiss jedoch
um eine Mettwurst handelt, ergibt sich dennoch nur Rang 2 in meiner persönlichen
Würstchen-Hitparade (* grummel *, wollte noch Charts
schreiben, ich werde echt langsam alt...). Eine schöne Idee darüber
hinaus, als Gastmahl rheinische Senfrippchen anzubieten. Mein
persönlicher Fall ist das Zeug nicht, aber man sieht, dass auch Sandhausen
alles andere als ein Risikospiel erwartete. Natürlich ist das Stadion
etwas kleiner, knapp 10.000 Leutchen passen rein, wenn man hinter der
Haupttribüne aufs Klo wollte, musste man den Bereich komplett verlassen,
denn die Toiletten befanden sich hinter einem Zaun. Die einzige Örtlichkeit
in der Tribüne war für die Spieler bestimmt, so die Auskunft
eines freundlichen Ordners. Seis drum, solange sie einen wieder
reinlassen, und das taten sie.
Neben dem gelungenen Ambiente gab es ja leider noch das Spiel. Nachdem
Sandhausen im Heimspiel zuvor Paderborn 4:0 abgebügelt hatte, war
eigentlich jedem klar, dass die nicht auflaufen würden, um mit unserem
Team Sandburgen zu bauen. Stattdessen guckten sie zu. In der ersten Hälfte
war Fortuna nämlich eigentlich die tonangebende Mannschaft, die klar
mehr vom Spiel hatte und sich auch entsprechende Chancen erarbeitete.
Oder um, ganz ohne rot-weiße Vereinsbrille, den Sandhäuser
Trainer Gerd Dais nach dem Spiel zu zitieren: Wir haben die ersten
45 Minuten mit Glück und Können überstanden. Kann
man so unterschreiben. Sie machten hinten halbwegs ordentlich dicht, und
wenn die Unsrigen mal durchkamen, hatten sie das Glück, dass wir
wieder mal nicht zum Toreschießen angereist waren. Wie auch, wenn
Axel Lawaree fehlte, im jetzigen Saisonabschnitt so ziemlich der einzige
Stürmer, der so etwas wie Torgefahr verbreitet. Denn die Chancen,
die waren wieder da, vornehmlich für Kenan Sahin, der jedoch, genau
wie gegen Unterhaching, Möglichkeiten versiebte wie nix Gutes. Beim
Glanzstück fortunistischen Unvermögens, den Führungstreffer
zu erzielen, hatte er zudem noch Pech: in der 22. Minute nahm Cebe seinem
Gegenspieler links auf der Torauslinie den Ball ab, den dieser ungeschickt
ins Aus trudeln lassen wollte, und bediente Sahin mustergültig, und
da konnte man doch wohl erwarten, dass der Stürmer aus kurzer Distanz
völlig frei stehend treffen würde. Tat er auch und zwar
den Pfosten.
Dies wäre im Gegenzug fast bestraft worden, bei der einzigen echten
Chance der Gastgeber in den ersten 45 Minuten war Melka bereits geschlagen,
als Haas einen Ball zu einem Mitspieler köpfte, doch Langeneke ging
dazwischen und konnte den wohl sicheren Rückstand verhindern. So
ging es mit einem 0:0 in die Pause, das für die Hausherren doch recht
schmeichelhaft war.
Pling! Das war der Euro ins Phrasenschwein für den nun folgenden
Spruch Wenn man vorne die Tore nicht macht, darf man sich nicht
beschweren, wenn es dann hinten einschlägt. Denn genau so kam
es in der 2. Halbzeit, und zwar ohne dass es dazu einer besonderen Steigerung
der tapfer kämpfenden, aber doch recht biederen Hausherren bedurfte.
Die hatten einfach etwas, das schon traditionell eine Schwachstelle bei
uns ist: Standardsituationen. Freistoß Mintzel, Kopfball Beisel,
64. Minute 1:0; Freistoß Grgic, direkt ins Tor, 78. Minute
2:0. So leicht geht das. Von Fortuna außer einem korrekterweise
nicht gegebenen Handtor von Sahin nichts mehr zu sehen, mit zwei Ausnahmen,
und die waren nicht gerade geeignet, das Spiel noch zu unseren Gunsten
zu wenden: in der 74. Minute wurde Youngster Marcel Gaus eingewechselt
und benötigte exakt sieben Sekunden und null Ballkontakte, um sich
Gelb abzuholen. Mal sehen, wann dieser Rekord gebrochen wird. Hiervon
augenscheinlich inspiriert, verabschiedete sich Fabian Hergesell in der
83. Minute mit Gelb/Rot nach wiederholtem Foulspiel und vermehrte somit
den Schatten-Kader derjenigen, die Trainer Meier im nächsten
Spiel nicht zur Verfügung stehen würde. Die konnten gegen die
letzten Aufrechten im Training bald schon Elf gegen Elf spielen. Wenn
wir denn 22 Mann im Kader hätten...
Auf jeden Fall, mit diesem Platzverweis war das Spiel dann durch, und
Fortuna verlor 0:2 beim SV Sandhausen letztlich nicht unverdient,
aufgrund des oben getätigten Phrasenschwein-Spruchs, aber auch, weil
nach dem Rückstand wieder mal gar nichts kam. Und auch der Schiri
trug sein Scherflein dazu bei, unser alter Kumpel Thorsten Schriever aus
Otterndorf war an der Pfeife, bei dem hab ich eh immer ein mulmiges Gefühl.
Er pfiff eigentlich gar nicht schlecht, aber dann wurde es ihm anscheinend
zu warm, und er wollte das Spiel wohl vorzeitig entscheiden, um eine hektische
Schlussphase zu vermeiden. Dies gelang ihm glänzend: die Entscheidung
auf Freistoß für Sandhausen in der 78. Minute, schön mittig,
20 Meter vor dem Fortuna-Tor, war nämlich dermaßen albern,
dass es die Sandhäuser Rentner vor mir vor Lachen aus den Sesseln
haute. Schön, wenn man dann gleich weiter strahlen konnte, als Grgic
die Kugel humorlos im linken Eck versenkte. Naja, ansonsten hätten
wir wohl 0:1 verloren, was solls. Trotzdem immer wieder ärgerlich.
Und wieder insgesamt 500 km für lau abgerissen. Erheiternd wirkte
auf dem Rückweg wenigstens, dass in einem Auto vor uns in der Warteschlange,
um aus der Agrarwirtschaft wieder auf die Landstraße zu gelangen,
die Zeit damit überbrückt wurde, das angrenzende Möhrenfeld
abzuernten und so für einen kleinen Snack während der Rückfahrt
zu sorgen. Auch das Hinweisschild Frische Kartoffeln, 4. Hof rechts
an der Kreuzung machte deutlich, von wo wir gerade kamen. Richtig Schwung
kam auf der Rückfahrt dann noch kurz vor dem Ende, als auf der A
61 ein 18 km langer Stau zwischen Niederzissen und dem Kreuz Meckenheim
gemeldet wurde. Wir schafften gerade noch so die Abfahrt in Niederzissen,
während 50 Meter vor uns das Stauende stand, und fuhren anschließend
über Niederzissen, Königsfeld, Bad Neuenahr, Dernau und Esch
(oder so) zum Kreuz Meckenheim und zur A 565. Hierbei konnte außer
viel Land auch ordentliches Weinberg-Sightseeing durchgeführt werden,
nebst drei Weinfesten mit Tanz und Gesang in den Dörfern, die wir
durchquerten. Danach konnte ich mit Fug und Recht sagen: gut, dass ich
anschließend in Urlaub fuhr...
Ohne Pfiff gegen die Domspatzen
In der folgenden Woche karrte ich ein wenig durch Libyen, dessen Steinwüste
als Vorläufer der Sahara mich irgendwie an die Sandhäuser Parkplätze
erinnerte, und verpasste bei Höchsttemperaturen von 43 Grad unser
spielfreies Wochenende ebenso wie das glorreiche 6:0 der Nationalmannschaft
in Liechtenstein. Leider verpasste ich auch das WM-Qualifikationsspiel
Libyen gegen Ghana in Tripolis, obwohl ich mich an jenem Freitag in der
Hauptstadt aufhielt. Aber mein Reiseleiter, anscheinend kein Fußballfan,
hatte mir den Termin arglistig verschwiegen, und als ich es endlich herausfand,
war es zu spät in der Stadt wäre eh kein Durchkommen
mehr gewesen, zumal an jenem Freitag auch noch eine gewisse Condoleeza
Rice ihre Aufwartung machte, und unter Hupen und Sirenen in ihrem Konvoi
vor meiner Nase durch die Stadt brauste. Somit also hohe Politik statt
Fußball man kann halt nicht alles haben im Urlaub! Ich hoffe
auf mehr Glück beim nächsten Mal, wo auch immer.
Als ich dann über Djerba wieder nach Hause gelangt war (kleiner Tipp
wer da hinfährt, ist selbst Schuld lieber Geld sparen
und zum Ballermann fahren, ist so ziemlich dasselbe. Wers braucht...ich
zumindest war froh, dort bei der An- und Abreise jeweils nur einen Tag
verbringen zu müssen, dann gehts grad noch so), hatte sich
im Fortuna-Kader schon wieder etwas geändert: der Testspielkönig
war weg. Christian Erwig sollte erst zu Preußen Münster wechseln,
die verkündeten den Neuzugang bereits auf ihrer Website, als er plötzlich
doch noch ein Haar in der Suppe fand, ich nehme an, es wird die Höhe
des Salärs gewesen sein. Und gerade als man sich damit abfand, dass
auch er seinen Vertrag auf der Tribüne absitzen würde, fand
sich doch noch ein Interessent, und zwar ein alter Bekannter also
für ihn, meine ich. Erwig wechselte zum FC Schalke II wieder
zurück, denn von dort war er im letzten Sommer zu uns gekommen. Eigentlich
schade, ich bin überzeugt, dass er ein Guter ist, aber es reicht
halt nicht, wenn man dies überwiegend in Testspielen unter Beweis
stellt. Immerhin war er erstaunlich effektiv: auf ganze zwei Törchen
brachte er es in Meisterschaftsspielen für uns es war beide
Male entscheidende, einmal zum 1:0-Sieg in Wuppertal, einmal zum Last-Minute-Ausgleich
gegen Braunschweig. Schade, dass es nicht zu mehr langte. Alles Gute!
Im Gegenzug legte Fortuna noch einmal nach und verpflichtete Ranisav Jovanovic.
Der spielte vorher beim FSV Mainz 05, in der letzten Saison allerdings
so gut wie gar nicht mehr. Ein 1,91 m großer, kopfballstarker Hüne,
der allerdings auf unglaublich dünnen Beinchen daher gestakst kommt.
Egal wenn irgend jemand unsere Stürmerkrise beenden kann,
dann würde ich auch Bibo verpflichten. Jovanovic erhielt zwei Testspiele
zum Reinschnuppern und stand gegen Regensburg in der Startformation, neben
dem wieder halbwegs genesenen Axel Lawaree.
Vor dem nächsten Fortuna-Spiel gab es noch einen höchst amüsanten
WM-Qualifikations-Spieltag zu bestaunen. So unterhielt ich mich prächtig,
als Deutschland sich von den Finnen die Bude voll hauen ließ, ein
Glück, dass wenigstens Klose Bock auf Fußball hatte; anschließend
bestaunte ich, wie das bekannte Trainertalent Berti Vogts mit Aserbaidschan
seinen ersten Punkt einfuhr 0:0 gegen Liechtenstein, und das auch
nur, weil einer seiner Spieler kurz vor Schluss auf der Torlinie den Siegtreffer
der Fußball-Giganten verhinderte. Vollends vom Sofa kippte mich
jedoch das Ergebnis Schweiz gegen Luxemburg. Ich vertrete seit Jahren
die vielleicht gewagte These, dass Ottmar Hitzfeld als Trainer genau gar
nichts drauf hat. Als Gute-Laune-Onkel für 15 Millionärs-Püppchen
mag er ja noch taugen, sowohl in Dortmund als auch in München, aber
wenn es darum geht, selbst etwas aufzubauen oder etwas zu vermitteln,
hielt ich ihn eigentlich immer für recht unfähig. Schön,
dass er mich mit diesem Spiel bestätigte. Jungejunge, 1:2 zuhause
gegen Luxemburg (die vor vier Jahren selbst gegen Liechtenstein 0:4 verloren
hatten) wenn uns das jemals passieren sollte, kann man eigentlich
nur noch seinen Personalausweis wegwerfen und leugnen, jemals in diesem
Land gewesen zu sein. Ein herzliches Dankeschön somit auch an premiere-Leo,
der durch die spochtliche Herausforderung eines sehr gut dotierten
Experten-Vertrags (haha!) gleich zweimal, in den Jahren 2000
und 2004, verhinderte, dass der Otti Nationaltrainer in Deutschland werden
konnte. Kann ich meinen Perso also noch ein bisschen länger behalten.
Aber genug von unwichtigen Spielen! Am 13.09.08 ging der Ernst des Lebens
weiter, mit dem Heimspiel der Fortuna gegen den SSV Jahn Regensburg. Ja,
das Spiel konnte tatsächlich ausgetragen werden. Für jenes Wochenende
wurde die Bundesliga-Partie Frankfurt Karlsruhe abgesagt. Nach
einem Konzert der Selbsterfindungsmaschine Madonna war der Rasen im Frankfurter
Stadion dermaßen ramponiert, dass an Fußball nicht zu denken
war. Was das mit uns zu tun hat? Nun, schaut doch mal nach, in welcher
weiteren deutschen Arena die Pop-Diva in der Woche vor dem Spiel noch
auftrat...aber für uns kein Problem, augenscheinlich werden an unser
Drittliga-Gebolze andere Anforderungen gestellt als an ein Püppchen-Spiel
der 1. Liga. Passend dazu zickte die DFL noch rum, Frankfurt versuchte
nämlich noch, die Partie von Freitag zumindest auf Samstag oder Sonntag
zu verlegen, um eine Austragung des Spiels eventuell doch noch möglich
zu machen. Die DFL lehnte ab, und DFL-Scherge Holger Hieronymus begründete
dies wie folgt: Bei allem Respekt vor Drittveranstaltungen, aber
wir lassen uns davon nicht den Spielplan vorschreiben. Das sind
noch Begründungen! Okay, den wahrscheinlich wahren Grund, dass nämlich
ein gewisser Bezahlsender damit nicht einverstanden gewesen wäre,
den durfte er natürlich nicht bringen. Wenn man sich dann aber schon
etwas ausdenken muss, sollte es wirklich nicht dermaßen blöd
sein. Der gute Herr Hieronymus kann ja mal beim DFB nachfragen, wie es
mit Spielverlegungen aufgrund von Drittveranstaltungen aussieht, wenn
Werder Bremen II an einem Samstag nicht auf Nebenplatz 11 gegen den SV
Sandhausen spielen will, weil am Sonntag (!) im Weserstadion (!!) der
Tag der Fans stattfindet...Wirklich putzig, diese Absage,
und ein weiterer Beweis, wie weit sich diese Krawattenhengste bei DFL
oder DFB von der Sportart entfernt haben. Nicht, dass ich persönlich
noch zusätzliche Beweise benötigen würde...
Fortuna gewann 3:1 gegen den SSV Jahn Regensburg, und alles gähnte.
Okay, das ist natürlich übertrieben. Aber es war ein merkwürdiges
Spiel, trotz vier Toren irgendwie langweilig. Fortuna beileibe nicht gut
in Form, viele Fehlpässe, auch wieder mit teilweise schlechtem Spielaufbau,
aber endlich mal mit gelungener Chancenauswertung. Die Domspatzen mit
einem Übergewicht im Mittelfeld, aus dem sie allerdings nichts machen
konnten, größtenteils überboten sie sich in Harmlosigkeit.
Und wie gesagt: wenn Unsere mal Chancen hatten, konnten sie diesmal konsequent
genutzt werden. Auch wenn es stets unter gütiger Mithilfe der Gäste
geschah. Zunächst aber der erste Auftritt von Neu-Stürmer Jovanovic,
der nur anderthalb Minuten brauchte, um mit Regensburgs Ersatzkeeper Sattelmaier
zusammen zu rasseln (Stamm-Ballfänger Becker war rotgesperrt). Da
er ja jetzt bei Fortuna spielt, hätte es mich nicht gewundert, wenn
Jovanovic nach dieser Szene humpelnd in die Kabine entschwunden und für
die nächsten sechs Wochen nicht mehr in der Nähe eines Spielfelds
gesichtet worden wäre. Aber er kam mit einem Pferdekuss
davon. Der Torwart (Rouven Sattelmaier aus Regensburg klingt irgendwie
nach Bijou Schmitz aus Köln-Kalk, nur mal so am Rande) war von diesem
Zusammenprall wohl etwas angepisst, nicht nur dass er sich direkt danach
noch kurz mit Jovanovic anlegte, er behielt seinen Adrenalinschub auch
noch bis zur 12. Minute bei: toller Pass von Sieger aus dem Mittelfeld,
genau in den Lauf von Cebe, der erreicht die Kugel am linken Strafraumeck.
Sattelmaier stürmt völlig unmotiviert aus dem Tor. Anschließend
muss Cebe noch nicht mal seine anerkannten Schauspielkünste unter
Beweis stellen, denn der Keeper rennt ihn einfach über den Haufen.
Klarer Elfer, ebenso klar verwandelt von Ersatzkapitän Langeneke
(Lambertz weiterhin verletzt, aber immerhin erstmals wieder auf der Bank).
Das war vorher übrigens gar nicht klar, denn zunächst hatte
sich Olivier Caillas den Ball geschnappt, dann aber doch Langeneke den
Vorrang gelassen. Kommentar Langeneke nach dem Spiel: Es war klar,
dass ich schieße. Der Oli darf mir aber jederzeit gerne wieder den
Ball holen. Von mir aus auch, wenn dieses Ergebnis dabei rumkommt.
Danach hatte Fortuna etwas Glück, als in der 25. Minute Bambera völlig
frei zum Schuss kam, das Leder jedoch volley aus ca. 12 Metern über
die Latte setzte. Das sah alles andere als sicher aus. Zum Glück
gab es in der 35. Minute eine Ecke für Fortuna, und ich sag mal:
hurra, sogar wir haben mittlerweile eine Variante! Denn Cebe spielt die
Ecke flach zurück auf Marco Christ, der aus 20 Metern Maß nimmt.
Leider trifft er den Ball nicht richtig, es wird eher ein Schüsschen
denn ein Distanzhammer, aber er hat gleich zweifach Glück: zum einen
wird die Kugel noch freundlich abgefälscht, zum anderen ist dem Keeper
die Sicht durch zwei Dutzend Beine verstellt, er sieht den Ball zu spät
und hat keine Chance 2:0.
Anschließend tat sich nicht viel, hüben wie drüben, Fortuna
ließ den Gästen viel Platz zum Spielen, und da die dazu keine
große Lust zu haben schien, ging es mit dem 2:0 in die Pause. Wie
gesagt, ein merkwürdig laues Spiel irgendwie. Dafür konnten
auch die wilden drei Minuten nach dem Wechsel nicht entschädigen.
Denn danach ging es weiter wie vor der Halbzeit. Aber zunächst pennte
Oliver Hampel in der 52. Minute, als Fortuna mal wieder auf Abseits spielte.
Dank ihm war es tatsächlich keins, als Petr Stoilov auf halblinks
schön bedient wurde, in den Strafraum zog und den Ball an Melka vorbei
ins lange Eck schlenzte. Das hätte man sich denken können, war
Stoilov doch der einzige Domspatz an jenem Nachmittag, der so etwas wie
Gefährlichkeit mitgebracht hatte. Zum Glück für uns.
Und ebenfalls ein Glück, dass Fortuna diesmal postwendend antwortete.
Keine zwei Minuten später bediente Cebe mit einem tollen Direktpass
Caillas, der stürmte alleine auf das Regensburger Tor zu, Kollege
Sattelmaier mal wieder ohne Chance doch der Ball knallte nur gegen
die Latte. Aber eine Minute später war Caillas wieder da, setzte
sich auf links durch, schöne Flanke von der Torauslinie, und in der
Mitte köpfte Axel Lawaree ein, dermaßen frei, dass er noch
nicht mal abspringen musste, um einzunetzen. Das war die Entscheidung
und man konnte wieder zur Tagesordnung übergehen. Melka musste noch
einen gefährlichen Regensburger Schuss abwehren, auf der anderen
Seite erarbeitete sich der für Jovanovic eingewechselte Sahin zwei
schöne Chancen, die er aber wieder mal souverän vergab, er scheint
momentan die Seuche am Fuß zu haben. Das wars auch schon
bis zur 90. Minute. Da flog Sieger nach einem völlig unnötigen
Foul am Mittelkreis doch noch mit Gelb/Rot vom Platz, nachdem unser Sechser
schon über eine Stunde gelb-belastet überstanden hatte. Der
Schiri war dermaßen verwirrt, zu so später Stunde noch eingreifen
zu müssen, dass er aufgrund eines Griffs in die falsche Brusttasche
Sieger statt der Gelben Karte zunächst seinen Notizblock unter die
Nase hielt. Leider bemerkte er seinen Irrtum sofort und zog doch noch
die richtigen Karten. Ein völlig unnötiger Platzverweis, den
sich nicht nur Sieger auf die Fahne schreiben kann, sondern auch Trainer
Meier, denn der hätte ihn längst auswechseln können, bei
seiner bekannten Spielweise als Staubsauger musste man damit
rechnen, dass das nicht gut gehen konnte. Umso ärgerlicher, dass
es tatsächlich bis zur 90. Minute gut ging, aber eben nicht bis zum
Abpfiff, welcher kurz darauf erfolgte und Fortuna den ersten Heimsieg
der Saison bescherte, irgendwie glanzlos, aber verdient. Beim kommenden
Spiel in Aue würde also Hergesell wieder mitmachen dürfen, dafür
aber Sieger nicht. Der imaginäre Trainer unseres Schatten-Kaders
reibt sich wieder die Hände...
Ein Wort noch zu den Zuschauern, es waren 8.039 an der Zahl, darunter
ca. 70 aus Regensburg, die dem Spielverlauf zum Trotz gut Stimmung machten.
Wie hinterher verlautete, waren einige der Regensburger Ultras erst am
Sonntagmorgen gegen 9 Uhr wieder in heimischen Gefilden ihr Bus
hatte auf der Rückfahrt gestreikt, ausgerechnet in Köln, und
sie hatten wohl so ihre Schwierigkeiten, dort eine offene Werkstatt zu
finden. Kleiner Tipp von mir, Jungs: beim nächsten Mal einfach vor
die Werkstatt stellen, Viva Colonia grölen, vielleicht
noch Wir finden Poldi toll singen und sich dazu bekennen,
dass man vielleicht kein Bier, aber immerhin gerne Kölsch trinkt
schon wird man euch für Einheimische halten und wahrscheinlich
im Eiltempo unterstützen. Das ist halt der geistige Horizont dieser
Art von rheinischer Fröhlichkeit. Also vor eurem Ausritt
nach Wuppertal, der ja über dieselbe Strecke führen dürfte,
besser noch mal üben!
Irgendwie gewonnen
Am 20.09.08 stand mal wieder eine etwas weitere Tour an, es ging zum Zweitliga-Absteiger
FC Erzgebirge Aue. Die Sachsen, als Absteiger automatisch bei vielen auf
der Liste der Aufstiegsfavoriten, sind derzeit noch damit beschäftigt,
ihren neuen Kader kennen zu lernen. 19 Abgänge, 21 Neuzugänge
Saisonstart total verpennt, erst in der Vorwoche gelang der erste
Sieg, vorletzter Tabellenplatz. Und dazu noch als Trainer Heiko Weber.
Nix gegen Heiko Weber, das ist schon ein Guter außer wenns
gegen Fortuna geht. In der letzten Rückrunde war er Trainer von Energie
Cottbus II Fortuna gewann 3:0. In der Saison 05/06 schaffte Weber
mit Carl Zeiss Jena den direkten Durchmarsch von der Ober- in die Zweite
Liga Fortuna war das einzige Team, das beide Spiele in jener Saison
gegen Jena gewann. Wir scheinen also nicht gerade sein Lieblingsgegner
zu sein. Hinzu kam, dass Aue in dieser Saison nicht nur noch kein Heimspiel
gewonnen, sondern noch nicht einmal ein Heimtor erzielt hat. Da konnte
also wirklich was gehen.
Fortuna-Trainer Meier feierte am Spieltag seinen 50. Geburtstag. Ob er
sich vorsichtshalber ein neues Paar Fußballschuhe schenken ließ,
weiß ich nicht, aber zumindest hatte er wieder mal die ehrenvolle
Aufgabe, seine erste Elf neu zusammen zu stellen. Sieger gesperrt, Walbaum
und Hampel als Neuverletzte gar nicht erst im Kader (schließlich
ist Bekim Kastrati seit letzter Woche wieder im Mannschaftstraining und
Kapitän Andy Lambertz konnte wieder auf der Bank Platz nehmen, also
nicht, dass den Physiotherapeuten die Arbeit ausgeht...). Und über
den Zusammenprall von Jovanovic mit dem Regensburger Torwart in der 2.
Minute des vorigen Spiels habe ich bereits einen schalen Witz gerissen
prompt musste der Neuzugang aufgrund des dort erlittenen Pferdekusses
zunächst auf der Bank Platz nehmen. Also vier Neue rein. Es wurden
der schöne Claus auf der Sieger-Position, Kenan Sahin im Sturm sowie
in der Abwehr der wieder entsperrte Hergesell und zur
allgemeinen Überraschung Clement Halet, der seinen verletzungsbedingten
Trainingsrückstand aufgeholt hatte und zuletzt mit guten Leistungen
in der Zweiten Mannschaft aufgefallen war. Trotzdem natürlich ein
gewisses Risiko, ihn von Anfang an zu bringen.
Das Interessanteste an der ersten Viertelstunde des Spiels war der Blumenstrauß,
den Meier unmittelbar vor dem Anpfiff überreicht bekam vom
Gegner, eine schöne Geste. Danach sahen 7.400 Zuschauer, darunter
ca. 400 Fortunen zunächst nichts wirklich Weltbewegendes auf dem
Rasen. Nach der Aufwärmphase kam allerdings kurzzeitig richtig Schwung
in die Partie. Erst kam Sahin zum Schuss, giert allerdings ins Straucheln
und konnte den Ball nicht richtig kontrollieren vorbei. Anschließend
ein Zauberpass von Cebe auf den am 5-m-Raum völlig frei stehenden
Claus Costa. Den hatten sie bei Aue wohl irgendwie übersehen. Oder
aber gewusst, dass der schöne Claus bestimmt alles ist, nur kein
Torjäger. Und richtig, auch diesmal schaffte er es nicht, den Ball
im Netz unterzubringen, Aues Keeper Flauder konnte abwehren. Ein Nebensatz
übrigens, den man noch so manches Mal verwenden könnte, um Spielsituationen
zu beschreiben, Flauder schien einen großen Tag erwischt zu haben.
Erstaunlich, wenn man bedenkt, dass es sich bei ihm um den Ersatztorwart
handelt, Stammkeeper Männel saß nach überstandener Verletzung
vorerst nur auf der Bank. Aber zunächst hatte Aue wirklich kein Torwart-Problem.
Daraufhin gedachten sie, auch mal mitzuspielen, schließlich stand
bei denen das erste Heimtor auf dem Programm. Im Gegenzug somit ein schöner
Distanzschuss von Cimen, den Melka parieren konnte. Die anschließende
Ecke geriet zu kurz, fand aber Klingbeil, der die Kugel listig auf den
kurzen Pfosten spitzelte. Da hätte Melka Schwierigkeiten gehabt,
noch ran zu kommen, zum Glück stand Christ goldrichtig und konnte
zur nächsten Ecke klären. Es war also tatsächlich endlich
was los im Erzgebirge-Stadion.
In der 32. Minute war sogar noch mehr los. Im Mittelkreis spielte der
Auer Steve Müller (Namenswertung von mir siehe Rouven Sattelmaier)
einen Fehlpass auf Axel Lawaree. Völlig übermotiviert sprintete
er hinterher, zumal Lawaree der Ball etwas vom Fuß sprang. Anschließend
gedachte der Herr Müller wohl, unseren Stürmer mittels eines
beidbeinig eingesprungenen Rittbergers mit fünf Meter Anlauf aus
den Schuhen zu wuchten, was ihm auch durchaus gelungen wäre, wenn
Lawaree nicht noch rechtzeitig hoch gesprungen wäre, sodass er nur
einen Eisenfuß abbekam und nicht die komplette Blutgrätsche.
Schiri Welz aus Wiesbaden zog sofort Rot, Fortuna somit eine Stunde lang
in Überzahl.
Dies hatte jedoch zunächst zur Folge, dass es im Stadion erst einmal
rund ging. Intensive Rudelbildung nach dem Foul auf dem Rasen, Gelb für
Aues Kapitän Tomasz Kos und für Marco Christ, und zumindest
im Fall Kos unterstelle ich dem Schiri, dass er sich in dieser Situation
nicht die Traute hatte, den Polen auch mal sofort zum Duschen zu schicken,
der war gar nicht mehr zu beruhigen, schubste hier, zerrte da, pöbelte
dort. Auf den Rängen kochte die Volksseele, die in solchen Fällen
nur ein Thema kennt die Benachteiligung des gemeinen Ostdeutschen
durch den überheblichen Wessi, zumal ja nicht nur der Gegner, sondern
auch der Schiri aus dieser, wie es den Anschein hat, unabhängigen
Teilrepublik stammt. Nicht dass das irgendwie neu wäre so
ziemlich alle Beleidigungen in dieser Richtung haben wir ja schon im Mai
nach dem Spiel in Erfurt abgegriffen. Eine ausgesprochene Jammer-Einlage
der Einheimischen, die mich mal wieder auf die Frage bringt, wer in diesem
Land bis heute was nicht verarbeitet hat. Aber wie gesagt, es entlockt
einem eigentlich nur noch ein Gähnen...
Apropos Jammern: neuer Preisträger in dieser Kategorie ist für
mich der Schmierfink, der den Live-Ticker von Erzgebirge Aue für
dieses Spiel verbrochen hat. Dem fiel zu dieser Aktion, fast ganz ohne
liafarbene Vereinsbrille, nämlich Folgendes ein: Steve Müller
sieht Rot für ein Allerweltsfoul. Welz dreht durch! Wenn das
ein Allerweltsfoul war, möchte ich gar nicht wissen, welche Sportart
dieser Idiot normalerweise betreibt. Wenn ich was zu sagen hätte,
könnte den nur noch retten, wenn er demütig erklären würde,
die Szene gar nicht gesehen zu haben. Zumal nach dem Spiel sowohl der
Rotsünder als auch sein Trainer unisono erklärten, dass dies
ein dummes Foul gewesen sei, für das man durchaus Rot habe zeigen
dürfen. Aber was interessiert das solche Nulpen? Hauptsache, Stimmung
machen.
Bis zur Pause mühten sich die Gastgeber zunächst, die Null in
selbige zu retten, wobei man wiederholt zu rustikalen Mitteln griff. Es
gelang, wobei zuvor Keeper Flauder bei zwei Distanzschüssen von Christ,
einer aus dem Spiel heraus und ein Freistoß, nochmals sein Können
zeigen musste, was ihm beide Male auch sehr gut gelang. Somit 0:0 zur
Pause.
Und wenn ich jetzt schreibe, dass sich das Bild nach dem Seitenwechsel
nicht großartig änderte, dann heißt dies, dass man eigentlich
nicht merkte, dass Aue in Unterzahl spielte. Die Gastgeber kehrten zu
dieser für gewisse Live-Ticker-Schreiber wohl eher langweiligen Version
der Sportart zurück sie spielten nämlich Fußball,
standen gut hinten drin, dachten aber gar nicht daran, es dabei bewenden
zu lassen, sondern konterten auch geschickt, sobald sich Möglichkeiten
ergaben, waren also zu jeder Zeit Ernst zu nehmen. Fortuna fiel nicht
besonders viel ein, um das Übergewicht im Mittelfeld auszunutzen.
Die erste Chance nach Wiederanpfiff war dann auch eine Einzelaktion, als
sich Sahin auf links sehr gut gegen drei Gegenspieler durchsetzte, der
dritte bekam noch ein Bein an den Ball, das Leder sprang hoch, Sahin erkannte
die Chance und zog sofort volley vom linken Strafraumeck ab, Flauder war
endlich mal geschlagen aber der Ball knallte nur gegen die Latte.
Da wollte sich Aue nicht lumpen lassen, im Gegenzug wurde Hensel auf rechts
sehr schön frei gespielt und steuerte allein auf Melka zu, aber der
Winkel wurde zu spitz, und unser Keeper konnte den Lupfer abwehren.
Und so würgte man sich über die Spielzeit, hatte ab und zu eine
Chance, aber so richtig dolle war es nicht. Nach einer Stunde wurde Jovanovic
für Sahin eingewechselt, ein Zeichen, dass der Trainer den Gegner
weiterhin Ernst nahm, Stürmer für Stürmer. Der Neue hätte
mit seiner ersten Szene fast direkt getroffen, als er sich im Strafraum
um seinen Gegenspieler ringelte und aus spitzem Winkel aufs lange Eck
zielte, aber Flauder konnte mal wieder parieren. Drei Minuten später
servierte Jovanovic für Costa, der mit Direktabnahme aus ca. sechs
Metern, wieder war Flauder da. Es war zum Verrücktwerden. Und als
der Keeper vier Minuten vor Schluss auch noch einen Kopfball von Costa
entschärfen konnte, da dachten wohl viele, dass so ein 0:0 vielleicht
auch nicht ganz verkehrt sein könnte. Erinnerungen an Unterhaching
wurden wach, die in der letzten Minute in Unterzahl fast noch das Siegtor
erzielt hätten, und solche Chancen vergibt ja nicht jeder Stürmer...
Dann die 87. Minute: Axel Lawaree, im Spiel sonst kaum zu sehen, ist zur
Stelle, als Paulus im Strafraum einen hübschen Querschläger
produziert. Volley jagt er das Ding über die Latte. Allerdings war
Flauder auch hier wohl noch dran, es gibt Ecke. Ob dem wirklich so war,
kann zumindest ich nicht klären. Könnte also auch eine Fehlentscheidung
des Schiris gewesen sein. Der Eckball kommt von der rechten Seite, Caillas
tritt ihn, und da ist er der erste und einzige Fehler des Auer
Keepers im Spiel, er kommt raus, aber nicht ran, Jovanovic und sein Gegenspieler
sind am Ball, und mit Kopf, Schulter und Gegenspieler, irgendwie etwas
von allem, bugsiert der Lange den Ball über die Linie, ein spektakulärer
Scherenschlag des Auer Spielers auf der Linie kommt zu spät
0:1. Ein reingewürgtes Tor, passend zum Auftreten der Fortuna über
einen Großteil des Spiels. Aber das interessiert am nächsten
Tag mal genau gar niemanden mehr, besonders nicht, weil es das einzige
Tor des Spiels bleibt. Fortuna gewinnt glücklich, aber nicht ganz
unverdient trotz schwachen Spiels mit 1:0 in Aue und feiert somit den
dritten Auswärtssieg im vierten Auswärtsspiel.
Puh, so was kann man nur abhaken und weiter nach vorne sehen. Positiv
sicher die Einstellung des Teams, das geduldig bis zuletzt an die entscheidende
Chance glaubte; positiv auch, dass die Ersatzleute Costa und Halet doch
sehr ordentlich spielten, wobei ich mich langsam frage, ob der Costa in
seinem Vertrag stehen hat, wirklich niemals ein Pflichtspieltor für
uns erzielen zu dürfen; verdient hätte er mittlerweile längst
eins. Positiv auch, dass Andreas Lambertz in der letzten Viertelstunde
eingewechselt wurde und somit erstmals seit dem 2. Spieltag wieder auf
dem Feld stand. Positiv natürlich auch, dass Neuzugang Jovanovic
direkt in seinem zweiten Spiel traf, nachdem er im ersten schon nach wenigen
Sekunden diese Dröhnung kassiert hatte, das baut sicherlich auf.
Man darf nunmehr gespannt sein, ob der Trainer auch am nächsten Spieltag
mehr Alternativen zur Verfügung hat, oder ob sich unter der Woche
wieder der ein oder andere Spieler verletzt abmeldet, wie es in dieser
Saison bislang nicht so guter Brauch gewesen ist.
Fortuna somit nach sieben Spieltagen mit 13 Punkten, der Kontakt zur Spitze
ist hergestellt. Da kommen die nächsten beiden Spiele genau richtig,
zunächst erscheint mit RW Erfurt die Mannschaft in der LTU-Arena,
die punktgleich und nur ein einziges Tor schlechter ist, quasi ein Verfolgerduell
auf Augenhöhe. Anschließend gibt es endlich wieder Fischbrötchen,
es geht zu Kickers Emden, derzeit Tabellenzweiter und erst am 7. Spieltag
mit der ersten Saisonniederlage, gegen den neuen Spitzenreiter Paderborn.
Beide Teams sind nur drei Punkte von uns entfernt.
Nebenbei purzelten beim Premiumprodukt natürlich schon die ersten
Trainer. Nach nur vier Spieltagen erwischte es Edgar Euro-Eddy
Schmitt vom VfR Aalen, dem allmächtigen Präsidenten, Hauptsponsor
und Arena-Namensgeber war er nicht erfolgreich genug, wahrscheinlich spielte
dort auch noch die Enttäuschung über den knapp verpassten Aufstieg
aus den Vorsaison mit (als Aalen über drei Viertel der Saison auf
einem Aufstiegsplatz stand und schlussendlich doch noch Ingolstadt und
Frankfurt vorbei ziehen lassen musste). Und als Neuen holte man direkt
mal einen Könner Jürgen Kohler. Der hatte
ein Spitzendebüt, er verlor nämlich mit seiner Truppe bei Kickers
Emden knapp mit 2:5, und das gegen eine Mannschaft, die normalerweise
im Durchschnitt ein Tor pro Spiel erzielt. Anschließend zeigte er
aber, was seine Lieblings-Beschäftigung als Spieler war Aalen
holte gegen die beiden offensivstarken Zweitvertretungen aus München
und Stuttgart jeweils ein 0:0. Passend zum Schrottgroßhandel des
Hauptsponsors wird also jetzt noch jede Menge Beton auf der Schwäbischen
Alb angerührt.
Nach dem 6. Spieltag war auch für Henning Bürger Feierabend,
die 0:6-Heimpleite von Carl Zeiss Jena gegen Stuttgart II war dann doch
des Guten ein bisschen zuviel. Da man auf die Schnelle niemanden zwingen
konnte, sich freiwillig zu melden, saß beim Spiel in Offenbach Mark
Zimmermann, eigentlich der Co und bis Mai noch aktiver Spieler in Jena,
auf dem Chefsessel nutzte nix, man verlor unglücklich 1:2
und steht gemeinsam mit Mitabsteiger Erzgebirge Aue derzeit auf zwei der
drei Abstiegsplätze. Erstaunlicherweise noch im Amt, zumindest zum
Zeitpunkt, da ich dies niederschreibe, ist Stefan Minkwitz bei den Stuttgarter
Kickers, trotz exakt eines einzigen erzielten Punktes, trotz des letzten
Tabellenplatzes und trotz des etwas peinlichen Ausscheidens im Verbandspokal
gegen die Weltmannschaft Sonnenhof Großaspach. Aber wenn es dort
so weiter geht, ist der auch bald Geschichte, da nutzt ihm auch anerkanntes
Pech nix mehr gegen Aue kassiert man das 1:2 in der 90. Minute,
das 2:3 in Erfurt fiel gar erst in der Nachspielzeit. Wenn man die Seuche
hat, dann auch richtig.
Nachtrag: kaum hatte ich das runtergeschrieben, erwischte es ihn doch:
Stefan Minkwitz wurde am Tag nach dem 2:3 in Erfurt beurlaubt.
Apropos Verbandspokal: da steht für Fortuna ja in der 2. Runde das
Duell gegen Galatasaray Mülheim an, Termin um den 11. Oktober rum.
Beziehungsweise jetzt wohl nicht mehr, denn die Mülheimer haben Insolvenz
angemeldet und die Mannschaft vom Spielbetrieb abgemeldet. Ganz besonders
dürfte dies die Vereinsoberen des VfL Rhede erzürnen, gegen
die traten die Mülheimer in der ersten Runde nämlich noch an
und gewannen nach Verlängerung und Elfmeterschießen, sodass
Rhede das Heimspiel gegen einen Drittligisten entging. Falls der Verband
sich hier nicht mehr anders entscheidet, sieht es also derzeit nach einem
Freilos für Fortuna aus. In der 3. Runde würde dann ein richtiger
Brocken warten Auswärtsspiel an der Hafenstraße bei
RW Essen. RW Essen? FVN-Pokal? War da nicht was in diesem Jahr? Jawohl,
allein das Stichwort Duisburg reicht schon aus, um den Fortuna-Anhängern
die Zornesfalten ins Gesicht zu treiben, unvergessen, wie die Truppe dort
im April im Pokalfinale durch einen Larifari-Auftritt gegen RWE die Teilnahme
am DFB-Pokal in den Sand setzte. Da wäre also noch etwas zu regeln,
wobei ich mich keinen Deut davon blenden lasse, dass RWE derzeit viertklassig
ist. Die Mannschaft ist für die Regionalliga West deutlich überqualifiziert,
was man auch daran sehen kann, dass sie derzeit das einzige Team ist,
das an der Tabellenspitze mit den Publikumsmagneten Dortmund II, Kaiserslautern
II und Bochum II mithalten kann. Wenn es also wirklich RWE wird, auch
noch als Auswärtsspiel, dann wird das eine ganz harte Nummer, deren
Ausgang zumindest für mich keineswegs von vorne herein feststeht.
Damit es dazu kommt, muss Essen allerdings erst noch durch die zweite
Runde, deren Gegner, Ex-Zweitligist FC Remscheid (mittlerweile in der
Landesliga angekommen), ist nämlich, zumindest bis zum jetzigen Zeitpunkt,
noch nicht insolvent.
Es warten also aufregende Wochen auf die Fortuna, mit Spielen gegen Erfurt,
Emden, Bayern II und Stuttgart II. Mal sehen, wo wir uns dann wieder finden.
Und mal sehen, ob wir vielleicht mal wieder mit dem auflaufen können,
was sich der Trainer unter einer Stammformation vorstellt. Wäre ja
ganz was Neues in dieser Saison. Andererseits: in der 1. Liga hat es ein
gewisser Herr Klinsmann ja auch geschafft, dass es einem gewissen Herrn
Hoeneß nach einem Spiel endlich mal die Sprache verschlagen hat.
Da bekommt man doch Hoffnung, dass alles gut wird. Irgendwann einmal.
Nicht verletzt und nicht gesperrt: janus
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