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Weiter gehts im munteren
Reigen. Die Regionalliga Nord ist wieder da und schlägt weiter lustig
ihre Kapriolen. Aber auch in der Winterpause und im Pokal war so einiges
los, weshalb wir schwungvoll sofort einsteigen. Schließlich will
ich in Urlaub!
Winterpausen-Kapriolen
Also diesmal konnte man in der Winterpause wirklich sagen: Mann, hier
gehts ab! Wobei die eigentlichen Hämmer ja bei der Konkurrenz
passierten. Aber auch bei uns war es keineswegs langweilig.
Nachdem der neue Trainer Norbert Meier seine Truppe ein wenig kennen gelernt
hatte, ging er hin und gewann mit ihnen mal eben die Hallenturniere in
Leipzig und Erfurt, wurde Zweiter beim Parkettwienern in Cloppenburg,
putzte A-Ligist TuS Gerresheim 14:1 (oder 15, selbst die Chronisten der
örtlichen Presse kamen mit dem Zählen nicht nach) und gewann
5:0 beim SSV Südfeldmark. Das waren alles keine dollen Dinger, dienten
aber immerhin zum Einspielen. Und wie gut das geklappt hatte, konnte man
dann beim sogenannten Wintercup in der LTU-Arena am 19.01.08
bewundern. Im ersten Spiel (über 45 Minuten) haute man mal eben Werder
Bremen 3:1 weg. Und das war noch geschmeichelt, Werders Keeper Tim Wiese
verhinderte eine höhere Pleite. Natürlich war das alles nicht
so Ernst zu nehmen, aber immerhin, Werder trat, mit Ausnahme von Diego,
in Bestbesetzung an, Frings, Borowski, Mertesacker, alles da. Aber so
hatte sich Coach Thomas Schaaf das wohl nicht vorgestellt, prompt strich
er nach dem Spiel seiner Mannschaft den eigentlich geplanten trainingsfreien
Sonntag, so vergrätzt war er über diese Leistung. Wir hingegen
rieben uns verwundert die Augen, nicht nur aufgrund des Sieges, auch aufgrund
der Torschützen: zweimal Erwig, einmal Lawaree alles Stürmertore!
Noch unfassbarer war dann das Finalspiel gegen Borussia Dortmund. Die
hatten zuvor Bayer Leverkusen 5:0 weggefidelt, durch fünf Treffer
in vierzehn Minuten. Beide Teams liefen zum Finale eher mit der zweiten
Garnitur auf, und Fortuna gewann durch ein Tor in der vorletzten Spielminute
von Bekim Kastrati. Noch ein Stürmertor, die Wunder nahmen
gar kein Ende mehr. Und für einen weiteren Stürmer, den langzeitverletzten
Ivan Pusic gab es auch noch etwas für die Motivation: er wurde im
Finale eingewechselt, sein erster Einsatz seit seinem Kreuzbandriss im
Sommer. Und wenn er in einigen Jahrzehnten seinen Enkeln, die mit glänzenden
Augen auf seinem Schoß sitzen, von seiner schweren Verletzung in
jungen Jahren erzählen wird, dann kann er das Ganze zu einem schönen
Happy-End bringen, indem er lässig hinwirft: Mein Comeback
war übrigens am 19.01.08 gegen Borussia Dortmund! Das
kann wirklich nicht jeder Fußballer von sich sagen! Anschließend
sollte er sich aber, seinem dann erreichten Alter als Opi entsprechend,
stocktaub stellen und die begeisterte Nachfrage der Enkel: Toll!
War das in der Bundesliga oder im DFB-Pokal? einfach mal überhören...
Somit gewann Fortuna den Wintercup, und Kapitän Henri Heeren hob
sich fast einen Bruch bei dem Versuch, den völlig überdimensionierten
Pokal des örtlichen Event-Sponsors in den Himmel zu recken. Ein netter
Nachmittag in der Turnhalle. Dies ist übrigens wörtlich zu nehmen,
denn das Dach der Arena war während des gesamten Turniers geschlossen.
Drei Tage später kam der FC Bayern zum Testspiel in die Turnhalle
(siehe oben), damit das DSF in der Winterpause auch mal ein Spiel ihrer
einzig wahren Heroen live übertragen konnten. Am Ende des Spiel stand
ein 3:2 für Bayern, das war durchaus okay. Wobei das Ergebnis von
vorne herein feststand: fast auf den Tag genau vor drei Jahren hatten
die Bayern schon mal zum Testspiel vorbei geschaut. Damals hatte Marcel
Podszus nach exakt 99 Sekunden nicht das leere Tor, sondern die dazu gehörige
Torlatte getroffen. Diesmal dauerte es nur unwesentlich länger: nach
7 Minuten zog Andy Lambertz aus halbrechter Position ab, Olli Kahn konnte
nur bewundernd hinterher schauen, aber natürlich klatschte der Ball
gegen den Pfosten. Wie üblich halt. In der zweiten Halbzeit gönnten
die Bayern ihrem Torwarttrainer Bernd Dreher mal einen Einsatz, und der
merkte gleich, dass er auf der Bank besser aufgehoben ist, denn wir schenkten
ihm noch zwei Stück ein. Eins machte schon wieder Erwig, man konnte
vor lauter Stürmertoren fast glauben, wir hätten endlich einen
Sturm, das zweite markierte Olivier de Cock, der sich auch in der Meisterschaft
schon längst einen Treffer verdient hätte. Man konnte nicht
unzufrieden sein.
Noch einmal vier Tage später kam der aktuelle Tabellenführer
der Zweiten Liga, Borussia Mönchengladbach, ins kleine Stadion (kein
Dach) am Flinger Broich. Wobei es mich schon wunderte, dass man das Spiel
gegen Mönchengladbach nicht sofort nach den Ereignissen des Samstags
zuvor werbewirksam aufbereitet hatte. Schließlich hatte Gladbach
im vergangenen Jahr den Wintercup geholt, wir in diesem. Da hätte
man das Spiel schnell zum Wintercup-Supercup hochst(er)ilisieren
können. Obwohl, dafür hätte man dann einen noch größeren
Pokal gebraucht, als denjenigen, den Henri Heeren eine Woche zuvor im
beidarmigen Reißen stemmen konnte, was ihm gleichzeitig die Qualifikation
für die Gewichtheber-Wettbewerbe bei den Olympischen Spielen in seiner
Gewichtsklasse beschert haben dürfte. Und wir wollten ja nicht, dass
der Kapitän des Siegerteams anschließend bewusstlos zusammenbricht..
Vielleicht also doch keine so gute Idee.
Das Spiel hingegen war schon eine gute Idee. Gladbach, das fünf Tage
später zum Rückrundenstart gegen den 1.FC Kaiserslautern antreten
musste, lief durchaus mit etwas auf, was man als erste Garnitur bezeichnen
konnte. Mit dabei auch Nando Rafael im Sturm. Bei dem käme in Gladbach
zwar niemand auf die Idee, ihn als erste Garnitur zu sehen, aber für
das Spiel gegen die Region würde er gesetzt sein, weil Rob Friend
gesperrt und Colautti verletzt war, deshalb ließ Trainer Luhukay
ihn auch gegen uns spielen. Ein Glück. Also für uns. Der Mann
verzückte uns mit der Demonstration, dass es tatsächlich Stürmer
geben kann, die noch schlechter treffen als unsere. In einem Fall schob
er den Ball am leeren Tor vorbei, in einem anderen setzte er den Ball
aus fünf Metern an Torwart Melka und auch wieder am Tor vorbei. Schön
anzusehen.
Schön anzusehen auch, was die eigene Truppe bot, denn nach der Anfangsviertelstunde
spielte man druckvoll nach vorne, erarbeitete sich gute Chancen und gewann
auch dieses Spiel tatsächlich mit 3:1. Zunächst traf Andy Lambertz
zur Führung, anschließend mit Heidinger schon wieder ein Stürmer
zum 2:0, Gegentor durch Schachten, und dann kurz vor Schluss, ein Sahne-Konter,
erfolgreich abgeschlossen durch den schönen Claus, formerly
known as Claus Costa. Bei dem hätte ich noch nach dem Bayern-Spiel
gewettet, dass er niemals ins Tor treffen würde, vier Tage später
belehrte er mich eines Besseren. Tja, und wenn schon der schöne Claus
trifft, dann kann eigentlich nichts mehr anbrennen. Und genau so war es
auch. Wieder ein netter Erfolg fürs Prestige.
Besonders über die linke Angriffsseite wurde Gladbach in der ersten
Halbzeit ordentlich aufgemischt. Das lag zum einen daran, dass deren Rechtsverteidiger
Levels einen rabenschwarzen Tag erwischt hatte und sich im weiterem Verlauf
des Spiels darauf beschränkte, wüst um sich zu treten und zu
schubsen, bis sein Trainer ihn endlich vom Platz nahm. Zum anderen wirbelten
auf dieser Seite bei Fortuna zwei Leute, die sich zuvor noch nie gesehen
hatten: die Neuverpflichtung für das offensive Mittelfeld, Olivier
Caillas, einst in Aachen und Fürth am Ball, nun aus Wehen gekommen.
Zum anderen ein Testspieler aus Koblenz, Kenan Sahin. Caillas machte soviel
Putz, dass er schon in der ersten Halbzeit an der Seitenlinie vom etwas
überfordert wirkenden Marcel Ndjeng weggetreten wurde und anschließend
für das kommende Pokalspiel ausfiel; und Sahin wirbelte dermaßen,
dass ihm das Tribünenpublikum bei seiner Auswechslung Mitte der zweiten
Halbzeit standing ovations spendierte, sodass die Verpflichtung eigentlich
ab diesem Moment eine klare Sache war. Eine Woche später war dann
auch der Vertrag unterschrieben.
Nach dieser geradezu unheimlich anmutenden Vorbereitung reiste man noch
für einige Tage ins Trainingslager nach Spanien, bevor der Ernst
des Lebens mit dem Pokalspiel gegen die SSVg Velbert am 10.02.08 weiter
gehen sollte. Zeit, dass andere mal in die Bresche sprangen und für
beste Unterhaltung sorgten. Zum Beispiel der bereits feststehende Aufsteiger
Wuppertaler SV.
Dort ging zunächst Mittelfeldspieler Sven Lintjens Anfang Februar
zum SC Paderborn. In einem rückblickenden Interview ließ er
sich nicht grad freundlich über den Mini-Messias von eigenen Gnaden,
WSV-Coach Wolfgang Jerat, aus. Die Chemie scheint nicht gestimmt zu haben.
Einen Tag später kündigte der Torwarttrainer des WSV, Herbert
Becker, Ex-Torwarttrainer von Fortuna übrigens. In einem rückblickenden
Interview ließ er sich nicht grad freundlich über den sportlichen
Manager, Georg Kreß, aus. Die Chemie scheint nicht gestimmt zu haben.
Unter anderem hatte Kreß dem Torwattrainer wohl in einem Gespräch
anvertraut, aufgrund seines, Beckers, geringen Gehalts (Becker war nur
im Nebenjob beim WSV) würde er, Kreß, ihn eh nicht als vollwertigen
Angestellten des WSV sehen. Ist doch nett. Dieser Kreß war übrigens
mal ein sehr beliebter Trainer beim WSV, wurde dann von Präsident
Runge im Zuge der Fusion des WSV mit Borussia Wuppertal im Jahr 2004 gefeuert,
wahrscheinlich weil er eine zu große Klappe hatte. Im letzten Jahr
liefen sich beide in einem akzenta-Markt in Wuppertal (!) eher zufällig
über den Weg und sprachen sich an der Käsetheke wohl mal gemütlich
aus, Runge stellte Kreß wieder ein, diesmal als sportlichen Manager,
und der zeigte gleich mal, wie schnell er wieder zuhause angekommen war,
indem er den eigentlichen sportlichen Manager Achim Weber rausekelte und
sich dann mit dem Torwarttrainer eben den nächsten vornahm. Und das
alles als Tabellenführer, man möchte es kaum glauben.
Aber natürlich wollte WSV-Präsident Runge noch einen draufsetzen.
Und deshalb warf er zwei Tage, nachdem der Torwarttrainer freiwillig gegangen
war, den Trainer Jerat und den Co-Trainer Hopp raus! Ich wiederhole es
gerne: als Tabellenführer...Als Begründung wurden die zahlreichen
Undiszipliniertheiten des Trainers genannt. Darüber hatte ich im
letzten Jahr ja schon einige Male berichtet. Da scheint noch das ein oder
andere hinzu gekommen zu sein, unter anderem soll er nach dem DFB-Pokalspiel
im Januar gegen Bayern München (routiniertes 2:5) noch mehrfach zu
spät zum Training erschienen sein. Das reichte dann wohl. Und natürlich
sind Undiszipliniertheiten ein Kündigungsgrund, aber als Tabellenführer
eine Woche vor dem Rückrundenstart? Das war sogar noch sinnvoller
als eine Trainerentlassung zum 11.11., nachdem die Mannschaft soeben in
Unterzahl in letzter Minute noch ausgeglichen hat. Aber zwei so große
Egos nebeneinander das vertrug sich dann wohl doch nicht mehr.
Wolfgang Jerat der lebende Beweis, dass man selbst für den
Wuppertaler SV noch zu prollig sein kann auch als Tabellenführer.
Und während ich eigentlich damit rechnete, dass Georg Kreß
seinen alten Job beim WSV wieder bekommen würde, hatte man in Wuppertal
schon einen Neuen: Wolfgang Frank, zuletzt Offenbacher Kickers. Das ging
so schnell, das muss von langer Hand geplant gewesen sein. Und deshalb
stelle ich mir seit diesem Tage immer vor, wie Präsident Runge im
DFB-Pokalspiel auf der Tribüne saß und den Bayern heimlich
die Daumen drückte. Denn hätte Jerat das auch noch gewonnen,
Runge hätte ihn nicht so einfach loswerden können. Ein Glück
für ihn, dass die Bayern das Spiel Ernst nahmen.
Nun aber Schluss mit Winterpause. Okay, auf die Liga musste man noch eine
Woche warten, aber der Pokal rief!
Finale, oho!
Berlin, Berlin, wir fahren nach Berlin! Naja, noch nicht ganz, ein Sieg
ist es noch bis zum DFB-Pokal. Aber immerhin erreichte Fortuna am 10.02.08
zum ersten Mal seit vier Jahren wieder das Finale des Verbandspokals.
Oberligist SSVg Velbert wurde vor 3.376 Zuschauern im Flinger Broich kurz
und schmerzlos 3:0 abgefertigt. Flinger Broich? Jawohl, nach endlosem
Hin und Her war die Partie, in der Velbert eigentlich Heimrecht hatte,
doch nach Düsseldorf verlegt, weil die Polizei bis zuletzt Sicherheitsbedenken
äußerte, das Spiel an der Sonnenblume austragen
zu lassen. Velbert zierte sich natürlich, aber ebenso natürlich
war dies nur eine Preisfrage: für 15.000 Euro vorab war man bereit,
das Heimrecht zu vergessen. Fortuna zahlte und hatte somit Heimspiel.
Und leichtes Spiel. Obwohl: es war keineswegs so eindeutig, wie das Ergebnis
aussagt, aber Velbert war einfach viel zu harmlos. Fortuna-Keeper Melka
musste während der 90 Minuten nicht einen einzigen Ball halten, obwohl
die Velberter des Öfteren gefährlich am Strafraum aufkreuzten
aber eben nur bis dorthin. Dann waren sie mit ihrem Latein am Ende.
Ansonsten beschränkten sich die Bergischen darauf, alles umzuholzen,
was nicht bei Drei! auf dem Baum war, oder sagen wir mal so:
sie spielten recht rustikal. Fortuna brachte nichts Überragendes
zustande, übertölpelte aber den Gegner gleich zweimal mit demselben
Trick: kurzer Zwischensprint von Cebe auf rechts, schöne Flanke,
Lawaree staubt ab 1:0 in der 10., 2:0 in der 20. Minute, der Drops
war gelutscht. Den Rest des Spiels kann man getrost vergessen, erwähnenswert
noch das 3:0 von Cebe in der 67. mit schöner Einzelleistung. Der
vergab anschließend noch zwei 100%ige, war aber trotzdem mit Abstand
bester Mann auf dem Platz. War klar, der war ja auch in der nächsten
Woche zum Restrundenauftakt gegen Wuppertal aufgrund seiner fünf
Gelben Karten gesperrt...
Zum gegnerischen Anhang kann gesagt werden: Tradition ist alles. Es waren
ca. 50 Männekes aus Velbert am Start, darunter etwa 20, die mit ihrem
lustigen Banner Velbertfront (der Schriftzug schön mit
Eichenlaub verziert) ins Stadion kamen und zur Begrüßung gleich
Wir sind wieder einmarschiert und Asylanten, Asylanten
zum Besten gaben. Da hatten sie wohl mal wieder den NPD-Parteitag Ortsgruppe
Velbert direkt auf den Spieltag gelegt. Ein wenig enttäuscht war
ich, dass die Treudeutschen nicht wenigstens noch das Horst-Wessel-Lied
schmetterten. Aber wie gesagt, alles Tradition: wenn man diese Gestalten
vier Jahre nicht gesehen hat, nur um dann festzustellen, dass einem alles
so unheimlich bekannt vorkommt, dann kann auch diese Vertrautheit durchaus
ein heimeliges Gefühl erzeugen. Es gibt halt Dinge, die ändern
sich nie...
Fortuna also im Pokalfinale. Gegner ist erwartungsgemäß RW
Essen, die mit ihrem Oberligisten, dem VfB Homberg, allerdings wesentlich
mehr Mühe hatten. Zwischenzeitlich gelang den Duisburgern sogar der
Ausgleich, am Ende zitterte sich RWE zu einem 2:1 im eigenen Stadion.
Das Finale findet am 08.04.08 ab 19.30 Uhr in der MSV-Arena in Duisburg
statt. Natürlich war auch die Grotenburg in Krefeld wieder ein Thema.
Dort wäre ich allerdings nur angetreten, wenn auch der Grotifant
dabei gewesen wäre. Ich denke, das kann man verlangen, als Pokalfinalist.
Denn was wäre ein Finale in Uerdingen ohne die grellste Anzeigetafel
der Republik und das possierliche Rüsseltier? Nun hat sich der Fußballverband
Niederrhein also für Duisburg entschieden..
Restrundenauftakt
Am 16.02.08 ging es weiter in der Regionalliga Nord, mit dem 22. Spieltag.
Zwei Tage vorher gab es allerdings noch etwas zu lachen: beim Tabellenzweiten
RW Erfurt verließ Trainer Pavel Dotchev in einer Nacht-und-Nebel-Aktion
den Verein und heuerte bei seinem alten Arbeitgeber, dem SC Paderborn,
an (von dem Ex-Trainer Holger Fach aber immer noch Fan ist, weil er trotz
Entlassung noch einen gültigen Vertrag hat). Dotchev ging zurück
zu seiner Familie, die immer noch in Paderborn lebt, und zu seinem Präsidenten
Finke, der ihn 2005 nach dem Aufstieg in die Zweite Liga gefeuert hatte,
weil er ihm diese Liga nicht zutraute. Wie kann man bei so einem wieder
anheuern? Kein Problem, Finke zahlte mal eben eine sechsstellige Ablöse
an Erfurt, und Pavel Dotchev entdeckte sein Heimweh für 22.000 Euro
Gehalt im Monat, das Dreifache dessen, was er in Erfurt bekommen hatte.
Da hätte ich auch den Tabellenletzten der Zweiten Liga plötzlich
ganz sympathisch gefunden. Da dies jedoch recht überraschend kam,
musste in Erfurt zunächst der Co-Trainer ran, einen neuen Coach hatten
sie noch nicht. Mittlerweile ist es Karsten Baumann geworden Somit hatten
vor Beginn der Restrunde ausgerechnet die beiden Tabellenersten ihre Trainer
verloren! Ich meine, die Liga ist ja schon verrückt genug, aber das
toppt das Ganze noch. Ich kann mich nicht erinnern, so etwas schon mal
in einer anderen Liga erlebt zu haben.
Und immer, wenn du glaubst: blöder gehts nicht mehr...kommt
von irgendwo ein Wuppi her. Präsident Friedhelm Runge war gerade
so schön in Schwung, da konnte er sich beim besten Willen nicht bremsen.
Und so gab er vor dem Spiel mal wieder einen Brüller zum Besten.
Von einer Zeitung befragt, was er vom Spiel erwarten würde (nur vom
Spiel, wohlgemerkt), antwortete der flotte Friedhelm mal eben: Mir
ist egal, wer hinter uns Zweiter wird! Und mir ist langsam schleierhaft,
wie der den Jerat feuern konnte, was solche hohlen Sprüche betrifft,
lagen die doch eindeutig auf einer Wellenlänge...Ich nehme mal an,
Fortuna-Coach Norbert Meier hängte den Zeitungsausschnitt in die
Kabine und ersparte sich weitere Motivationsreden. Danke, Friedhelm!
Tja, und da die Wuppertaler Mannschaft an jenem Samstag so gut
drauf war, wie man eben drauf ist, wenn man den eigenen Verein zwei Wochen
lang täglich in der Zeitung bestaunen kann, ohne dass es um Fußball
geht, machte Fortuna es kurz und schmerzlos und schoss den Tabellenführer
mit 2:0 aus dem Stadion. Für unsere Verhältnisse ein Kantersieg,
der zudem weit höher hätte ausfallen müssen. Chancen gab
es en masse. Zum Glück wurde gleich die erste auch genutzt: in der
11. Minute bediente Sahin mit schönem Pass Lawaree, der hätte
den Ball allerdings nie bekommen, wenn sich sein Gegenspieler nicht einen
beeindruckenden Stockfehler geleistet und den Ball unter der Sohle hätte
durchrutschen lassen. Völlig allein gelassen stürmte Lawaree
auf den Torwart zu und tat das, was er in dieser Saison meistens in solchen
Situationen zu tun pflegt, er schoss den Keeper an, oder sagen wir mal:
gute Abwehr von Maly. Zum Glück war Oliver Hampel mitgelaufen und
biggelte die Kugel aus 16 m ins leere Tor. War kaum Kraft hinter dem Schuss,
aber schön gegen die Laufrichtung von Torwart und Abwehrspieler ins
leere Tor gespielt. Ein Auftakt nach Maß.
So ging es dann auch weiter, Fortuna druckvoll, Wuppertal harmlos. Lawaree
scheiterte mal wieder frei vor dem Torwart, aber es gab weiter gute Angriffe.
Vom WSV war nur einmal etwas zu sehen, als Tobias Damm nach klugem Zuspiel
(und vorherigem Bock von Heeren) relativ frei vor Melka auftauchte, aber
in letzter Sekunde noch gestört werden konnte, sodass Melka seinen
Schuss lässig abfangen konnte. Das war alles vom gefürchteten
Sturmduo Damm/Saglik. Der Führende der Torschützenliste, Mahir
Saglik, fiel eigentlich nur durch zwei Dinge auf, unglaublich hässliche
orangene Schuhe und ein ausgeprägtes Mitteilungsbedürfnis in
Richtung Schiri, sprich: der war nur am meckern. Und das, obwohl er
wahrscheinlich in memoriam Mini-Messias vor dem Spiel auch nicht
gerade um flotte Sprüche verlegen war. Die führte er wohl auch
im Spiel vor, sodass sein Gegenspieler Jens Langeneke, der ihn über
90 Minuten völlig kalt stellte, nach dem Spiel klagte, es sei ja
wirklich etwas langweilig gewesen, außer wenn Saglik ihm während
des Spiels mal wieder versucht hätte zu erzählen, wie gut er
doch eigentlich sei. Scheint ein redseliges Bürschchen zu sein..
In der zweiten Halbzeit ließ sich Fortuna zunächst ein wenig
hinten reindrängen, ohne dass der WSV daraus auch nur eine Torchance
hätte heraus spielen können. Gerade als ich mir sagte, dass
es jetzt gerne mal wieder nach vorne gehen dürfte, in der 61. Minute,
schlug Fortuna zu: ein prima Konter über Lambertz auf Caillas, der
kurvte links im Strafraum zur Grundlinie Richtung Tor ein, zwang Maly
damit, die kurze Ecke dicht zu machen, dann wartete er, bis Hampel neben
Maly in Position rückte und damit auch seinen Gegenspieler mitzog,
und dann spielte er seelenruhig an den 5-m-Raum zurück, wo Axel Lawaree
wartete. Der musste zwar ein langes Bein machen, um den Ball noch zu erreichen,
ein Riese war er ja noch nie. Aber es passte, und das Tor war ja auch
in der Mitte leer, da ging der Ball hin, 2:0, Spiel gelaufen. Danach versäumte
man es, dem Gegner noch ordentlich einen mitzugeben. Lawaree scheiterte
erneut an Maly, auch de Cock und Erwig vergaben noch gute Gelegenheiten.
Aber wie gesagt, ein 2:0 ist bei uns in dieser Saison ja schon eine Packung
für den Gegner. Und Wuppertal war so schlecht, dass wirklich keine
Gefahr mehr bestand. Ein gelungener Auftakt, der natürlich sofort
an das letzte Jahr erinnerte, als wir im ersten Spiel nach der Winterpause
ebenfalls den Tabellenführer, damals den VfL Osnabrück, ebenfalls
2:0 besiegten. Danach standen wir auf Platz 2 der Tabelle, genau wie diesmal.
Damit darf aber schon jede Ähnlichkeit mit der vergangenen Rückrunde
aufhören...
Noch kurz etwas zur Zuschauerzahl: Fortuna durfte für dieses Spiel
nur 15.000 Eintrittskarten verkaufen, Sanktion des DFB für die Hohlbirnen,
die im Dezember in Essen versucht hatten, einen Spielabbruch herbeizuführen
und dem generischen Verein die Punkte zu schenken. 4.800 dieser Karten
mussten auch noch an die Gäste abgegeben werden. Das Spitzenspiel
sahen dann 14.371 Zuschauer, weil die Wuppis es nicht schafften, ihr Kontingent
zu verkaufen. Kleines Derby vor der Haustür, eigene Mannschaft Tabellenführer
und die bleiben auf 600 Karten sitzen. Ein bisschen traurig...
Nicht ohne Exorzismus!
Über das, was nun folgte, braucht man nur kurz zu sprechen. Bei Interesse
kann der geneigte Leser seine Erkenntnisse zum Spiel Werder Bremen II
gegen Fortuna am 23.02.08 durch exzessives Nachblättern in meinen
Berichten aus den letzten Saisons aufstocken. Sie gleichen sich irgendwie
immer. Hingefahren, Nebenplatz 11 gesehen, verloren, zurückgefahren.
Oder anders: sechstes Spiel für Fortuna bei den Werder-Bubis, fünfte
Niederlage, viertes 0:2. Ich fahr da nicht mehr hin. Sich einmal von diesem
Sportplatz verhöhnen lassen, okay, ist gut gegen zuviel Übermut.
Zweimal erhöht den Lernfaktor. Aber sechsmal hinfahren und mit sooo
einer Fleppe wieder zurück? Es reicht. Ein siebtes Mal werde ich
mir gut überlegen...Denn seit jenem Samstag glaube ich, der Platz
ist verhext. Fortuna hatte nämlich diesmal durchaus Chancen, ihre
karge Bilanz von genau einem gewonnenen Punkt seit 2001 ein wenig aufzubessern.
Das war in den letzten beiden Jahren noch gänzlich anders, als man
sich quasi ohne Gegenwehr abschießen ließ. Schon nach 10 Sekunden
(!) hätte Lawaree treffen können, natürlich ging der Ball
vorbei. Nach einer Viertelstunde hätte Caillas die Führung erzielen
müssen, glänzend von Oliver Hampel freigespielt, lief er alleine
auf Torwart Mielitz zu und scheiterte. Man war eigentlich ganz gut dabei.
Wie üblich dann das 1:0 für Werder II (Fortuna ist auf diesem
Bolzplatz noch nie in Führung gegangen!), völlig aus dem Nichts.
So völlig, dass ich das Tor nicht sah, da ich nach Abschätzung
der Spielentwicklung mal eben auf mein Handy schaute, weil sich eine SMS
eingefunden hatte. Ich verschätzte mich total, plötzlich hörte
ich ein Raunen der 1.000 Zuschauer (ca. 800 davon Fortuna-Fans, würde
ich sagen), und als ich hoch schaute war der Ball drin. Irgendjemand hatte
aus dem Nichts geflankt, ebenfalls aus dem Nichts war Frank Löning
plötzlich im Strafraum aufgetaucht und hatte die Kugel per Kopfballbogenlampe
versenkt. Es war der erste Bremer Ball, der auf das Fortuna-Tor kam
in der 32. Minute...wie gesagt: verhext.
Und wo wir schon beim Thema sind: nur eine Minute nach der Pause hätte
der Ausgleich fallen müssen, nach einer schnellen Kombination tauchte
aber ausgerechnet der schöne Claus völlig frei rechts im Strafraum
vor Mielitz auf und setzte den Ball an Keeper und Tor vorbei. Zu Beginn
beider Halbzeiten hatte Fortuna den Gegner überrumpelt, durch schnelles
und gutes Passspiel nach vorne, es nutzte nix. Es nutzte auch nix, dass
wir mit Trainer Norbert Meier und Manager Wolf Werner zwei Leute an der
Seitenlinie hatten, die sich in Bremen ja nun wirklich bestens auskennen.
Da kann man machen, was man will wenns verhext ist, dann
ists eh egal.
Anschließend machte Fortuna weiter Druck nach vorne, aber es kam
kaum etwas dabei rum, eigentlich nur zwei gute Schüsse von Sahin,
der der Einzige zu sein scheint, der auch mal aus sechzehn Metern und
mehr draufschießen darf. Natürlich wurde man hinten offener,
was die Werder-Bubis zu brandgefährlichen Kontern nutzten. Was aber
allein deren Stürmer Kevin Schindler in der zweiten Halbzeit an Chancen
verballerte, hätte seinem Trainer in der Ersten, Thomas Schaaf, bei
dem er ja auch schon des Öfteren eingesetzt wurde, die Zornesröte
ins Gesicht getrieben. Dies lag aber nicht an Schindlers Unfähigkeit,
sondern an Fortuna-Torwart Melka, der wieder einmal einen großen
Tag hatte. In der zweiten Halbzeit hielt er einige Riesenbälle, Glanzstück
war die Abwehr eines Volleyschusses von Schindler aus fünf Metern
Entfernung (!), an den er irgendwie noch den Fuß dran bekam. Großartig.
Leider dankten es ihm seine Vorderleute nicht, dass er sie im Spiel hielt,
und in der 87. Minute konnte er dann auch nichts mehr machen, als gleich
zwei Bremer vor ihm auftauchten und er von Schindler ins leere Tor überlupft
wurde. Schade, dass er für seine tolle Leistung nicht belohnt wurde,
aber dafür spielten seine Vorderleute in der 2. Halbzeit zu schlecht.
Wieder mal Nebenplatz 11, wieder nichts gerissen man kann in dieser
Saison also nicht alle Negativserien killen. Nebenplatz 11 scheint ein
schwerer Fall zu sein. Und deshalb fahr ich dort erst wieder hin, wenn
ein ordentlicher Exorzismus durchgeführt worden ist. Irgendeinen
Pfarrer aus irgendeinem bayerischen Bergdorf werde ich dafür schon
auftreiben können. Ich möchte doch nur einmal diesen Platz mit
einem Grinsen im Gesicht und einem guten Gefühl im Bauch verlassen!
Einmal nur! Ist das denn zuviel verlangt???
Wer ist Emma?
Nun, Emma ist das Sturmtief, das am folgenden Wochenende über
Deutschland fegte. Auch in der Regionalliga hinterließ es am Samstag,
01.03.08, seine Spuren, sowohl was Spielausfälle betraf (Emden
Essen) als auch was lustige Kapriolen auf dem Platz anging. Wenn man sich
zum Beispiel zwei der drei Braunschweiger Tore beim 3:2 gegen Erfurt anschaut
(eine verunglückte Flanke sowie ein Freistoß, der eigentlich
eine solche werden sollte), dann weiß man, ohne Emma würde
Braunschweig jetzt noch tiefer im Dreck stecken.
Auch wir waren indirekt betroffen. Direkt nicht, denn wir machten einfach
das Dach der Arena zu und spielten mal wieder in der großen Turnhalle.
Aber der Gegner hieß Cottbus II. Und das Spiel deren 1. Mannschaft
gegen den VfB Stuttgart wurde bereits am Freitag aufgrund des Sturms abgesagt.
Da ließ sich vermuten, dass noch so der ein oder andere an jenem
Wochenende arbeitslose Spieler der Ersten Mannschaft nachreisen würde.
Aber die Cottbuser machten nur in zwei Fällen Gebrauch davon, Arne
Feick und Christian Müller, Bankdrücker der Bundesliga-Truppe,
nahmen erst die Sporttasche und dann die Beine in die Hand und fuhren
der Zwoten hinterher. Auch von einer Fan-Invasion konnte nicht wirklich
die Rede sein, am Ende waren es 19 Unentwegte aus der Lausitz, die vom
Stadionsprecher auch herzlich begrüßt wurden. Ebenso natürlich
die 8.300 anderen, das gehört sich so.
Mit Cottbus II kam die Mannschaft der Rückrunde. Vier Spiele, zehn
Punkte, bei einem überragenden Torverhältnis von 3:0.
Jawohl, sie hatten dreimal 1:0 gewonnen und einmal 0:0 gespielt. Die kopierten
frech unsere Hinrunde! Und somit spielten wir die inoffizielle 1:0-Meisterschaft
der Liga aus. Beide Teams haben jeweils sechs Siege in dieser Höhe
auf dem Konto. Da kann man dreimal raten, wer gewinnt. Natürlich
diejenige Truppe, die das erste Tor schießt. Zum Glück tat
es die Fortuna, und am Ende sprang sogar ein 3:0-Kantersieg heraus.
Fortuna wie im Spiel gegen den WSV mit der frühen 1:0-Führung,
bereits nach 12 Minuten klingelte es im Gästekasten. Weite Flanke
in die linke Strafraumhälfte, Axel Lawaree legte per Kopf in die
Mitte, dort versuchte Kenan Sahin, sein erstes Fortuna-Tor per Fallrückzieher
zu erzielen, scheiterte jedoch an seinem Gegenspieler, und Lawaree machte
den Abpraller rein, mit ein bisschen Glück, denn Energie-Keeper Männel
hatte die Hände noch dran.
In der Folgezeit war Fortuna überlegen, konnte aber einige gute Ansätze
nicht verwerten, die beste Chance vergab Lambertz, nach einem schönen
Konter über drei Stationen machte er eigentlich alles richtig, aber
sein Schlenzer aus 16 m kam genau auf Männel. Von Cottbus war mal
genau gar nichts zu sehen, bis sie in der 43. Minute plötzlich vorne
auftauchten; ein Spieler tankte sich rechts im Strafraum durch, passte
dann von der Grundlinie zurück, vorbei an Melka, auf den 5-m-Raum,
wo zwei Mitspieler zum Einnetzen bereit standen. Dass es keiner von beiden
tat, lag an Hamza Cakir, der dazwischen grätschte und klären
konnte. Somit wurde die erste Halbzeit beendet, ohne dass die Gäste
auch nur einmal aufs Tor geschossen hatten.
In der 2. Halbzeit dann wieder das schnelle Tor für Fortuna, so ein
Langweiler, wie man ihn alle Tage sehen kann, bei uns aber doch eher selten:
Freistoß Anfang, Kopfball Lawaree, Tor. So einfach kann Fußball
sein. Der stand aber auch so was von frei am 5-m-Raum, man konnte meinen,
die Cottbuser hätten die letzten Fortuna-Spiele beobachtet und sich
gesagt: Freistoß Anfang? Da rüsten wir schon mal zum
Gegenangriff. Diesmal bekam er ihn über die Mauer (was ihm
in Bremen in 90 Minuten nicht gelungen war), und Lawaree hatte den richtigen
Riecher. Vertrauen ist alles!
Danach war die Partie praktisch entschieden. Dachten sich zumindest die
Fortunen und legten eine kleine Kunstpause ein. Prompt kamen die Lausitzer
noch einmal ins Spiel zurück, hatten zwei, drei gute Gelegenheiten
(erster Torschuss immerhin schon in der 52. Minute). Zum Glück wurde
es dann Andy Lambertz zu bunt. Nach abgelaufener Gelbsperre wieder dabei
und wie immer ein Aktivposten, bemächtigte er sich in der 72. Minute
des runden Leders in der eigenen Hälfte und marschierte los. Ca.
40 Meter vor dem gegnerischen Tor ein schicker Doppelpass, und dann der
tödliche Ball in den Lauf von Lawaree. Der behielt in der 1:1-Situation
mit Torwart Männel endlich, endlich mal die Nerven und schlenzte
die Kugel zum 3:0 und eigenen Hattrick an den rechten Innenpfosten und
von dort ins Tor. Es kann ja mal jemand nachblättern, wann bei uns
zuletzt ein Spieler in einem Spiel drei Buden gemacht hat ich habe
keine Ahnung.
Verdient war der Sieg auf jeden Fall, Trainer Meier war nach dem Spiel
aber insbesondere mit den letzten 15 Minuten nicht zufrieden, als man
es für seinen Geschmack auf dem Rasen zu lässig angehen ließ.
Recht hatte er. Dennoch war natürlich jeder heilfroh, dass die Mannschaft
nach der Pleite in Bremen so schnell wieder zurückgekommen war.
Vorschau
Fortuna ist nun Tabellen-2., punktgleich mit Spitzenreiter Union Berlin,
und nur ein Tor schlechter (das hätte man gegen Cottbus ja auch noch
machen können). Aber was bedeutet das schon nach 24 Spieltagen? Genau
gar nichts. Nach dem Spiel gegen den WSV war man Zweiter, nach der Niederlage
in Bremen Siebter, nun wieder Zweiter. Es bleibt also genauso eng und
spannend wie im letzten Jahr, und ich kann wieder nur betonen, dass ich
hoffe, dass die Mannschaft jetzt nicht so weiter spielt wie im letzten
Jahr da begann im März nämlich der unglaubliche Leistungsabfall
bis hin zur akuten Abstiegsgefahr.
Das nächste Spiel findet man kommenden Sonntag in der HSH Nordbank
Arena (dasist das ehemalige Volksparkstadion, musste ich erst nachschlagen)
statt, Gegner ist der HSV II mit Coach Karsten Bäron. Wenn man da
nachlegen könnte, dann glaube ich auch so langsam, dass nach oben
etwas geht. Wenn man da verliert, steht man wieder irgendwo im Niemandsland,
und alles tobt. Und Tabellenplatz 11 ist weiterhin zu beachten. Aktuell
sind es 8 Punkte auf RW Essen, aber die haben ja jetzt ein Spiel weniger
durch die Absage in Emden. Somit gibt es auch heute nur die übliche
Ansage: es bleibt weiter spannend...
Zum nächsten Heimspiel hätte ich übrigens noch etwas. Eigentlich
sollten wir ja am Samstag, 15.03.08, in der LTU-Arena gegen Dynamo Dresden
antreten. Das Spiel wurde auf Mittwoch, 19.03.08, verlegt, Anstoß:
18.30 Uhr. Der Grund: es tritt nämlich an jenem Wochenende in der
Arena jemand auf und braucht danach angeblich zwei Tage, um seine Bühne
abzubauen und sich vom Acker zu machen. Bei diesem Herrn, den man auch
nachts um 1 Uhr wecken kann, und er streicht einem freudestrahlend sofort
einen Evergreen auf den Saiten, die für ihn die Welt bedeuten, handelt
es sich um André Rieu. Oder wie es ein Schreiber im Forum ausdrückte:
Dieser Fiedler braucht leider mindestens drei Tage für Auf-
und zwei Tage für Abbau seiner Kulissen. Und bis die die ganzen Schuppen
zusammengekehrt haben, die der sich beim Fiedeln aus seiner Mähne
schüttelt... Also Spielverlegung. Soviel mal wieder zum Thema,
Fortuna hätte auch nur irgendwas mit der LTU-Arena zu tun. Dieses
Gerücht hält sich ja hartnäckig, und ich musste auch in
letzter Zeit (besonders nach dem Testspiel gegen Bayern, das zahlreiche
Bayern-Sofa-Fans aus meiner näheren Umgebung natürlich im Fernsehen
verfolgt hatten) mal wieder die Frage beantworten, warum Fortuna sich
als Drittligist denn solch eine Arena baut. Wobei man an der Fragestellung
schon die Unwissenheit bemerkt, als das Ding gebaut wurde, waren wir nämlich
noch viertklassig. Also: wir bauen uns eine Arena, damit wir als Hausherr
dann Spiele verlegen können, damit André Rieu die Stradivari
streicheln kann. Ja nee, is klar. Wie gesagt: ein schönes Beispiel,
dass wir in puncto Arena weiterhin genau gar nichts zu sagen haben...
Übrigens hat Dynamo Dresden gegen die Verschiebung protestiert, wenn
auch erfolglos. Begründung: in solch einer entscheidenden Phase der
Meisterschaft seien solch erzwungene englische Wochen Wettbewerbsverzerrung.
Okay, dass man in Dresden vielleicht nicht weiß, was eine englische
Woche genau ist geschenkt. Gibt so vieles, was die nicht
wissen. Aber 12 Spieltage vor Schluss von einer entscheidenden Phase
in der Meisterschaft zu sprechen, das ist schon stark. Dann hätten
wir am 7. Spieltag auch mal von einer entscheidenden Phase der Meisterschaft
sprechen sollen. Da spielten wir in Dresden mittwochs...
Führt jetzt die entscheidende Phase seines Urlaubs durch er
fährt nämlich in selbigen: janus
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