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Nordpark (24.2.2007).
Gladbach gegen Werder: 2-2.
50.000 ZuschauerInnen im Nordpark wollen das Spiel zwischen dem schwächelnden
Tabellendritten von der Weser gegen die mal wieder akut abstiegsbedrohten
Elf vom Niederrhein sehen. Es regnet in Strömen, der Boden ist glitschig
und tief. Thorsten-Frings-Wetter. Schon die erste Szene lässt auf
ein munteres Spielchen hoffen: mit drei Spielzügen ist Bremen vorm
Gladbacher Kasten, Borowski gelingt es jedoch nicht, das Leder zu dem
in der Mitte postierten Klose zu schieben, Keller hat aufgepasst. Die
Gastgeber reagieren prompt, ein Schuss von Rafael zischt nur knapp am
Bremer Tor vorbei. Wenige Minuten später Grund zur Freude für
die Gäste: Womé erkämpft sich im vorderen Mittelfeld
den Ball, läuft ein paar Schritte und zieht einfach mal aus 30 Metern
ab Keller ist noch dran, aber der war zu scharf geschossen: 0:1
(11.)!
Die Führung gibt den Bremern jedoch keine Sicherheit: man sieht einige
ungewohnte Abspielfehler, die Abwehr macht alles andere als einen stabilen
Eindruck. Das gilt vor allem für den Fritz-Ersatz Niemeyer, der mit
seinem Gegenspieler Rafael arge Probleme hat. Wenn es gefährlich
wird, dann fast immer über die rechte Bremer Abwehrseite. 17. Minute
Eckball für Werder, Keller faustet weit raus, Insua trickst Borowski
aus, gibt weiter zu Delura, der wiederum mit einem sensationellen Steilpass
Rafael bedient, dem Niemeyer und Mertesacker nur hinterher hecheln können.
Staubtrockener Abschluss ins linke Eck: 1:1. Ähnlich munter geht
es bis zur Pause weiter, wobei Werder mit seiner technisch ansehnlicheren
Spielanlage die dominierende Mannschaft ist. Bei Gladbach bleiben allerdings
die Konter über die linke Seite stets brandgefährlich.
Luhukay, dem hoffentlich bald mal einer sagt, dass sein Adi-Gedächtnis-Schnäuzer
wirklich richtig scheiße aussieht und abrasiert gehört, hat
in der Halbzeit die richtigen Worte gefunden. Das scheint bei den Fohlen
in den Genen zu liegen, dass sie nach der Pause erstmal ordentlich auf
die Tube drücken. Jedenfalls: Werder verhält sich abwartend,
die Gladbacher spielen keineswegs wie Absteiger, demonstrieren einige
recht passable Kombinationen, doch wenn sie vor Werders Gehäuse kommen,
schmeißt sich ihnen das wie immer großzügig gegelte Muskelpaket
aus der gefühlten Landeshauptstadt entgegen. Nacheinander entnervt
es Jansen (der nach einem sehenswerten Tunnel gegen den bedauernswerten
Niemeyer fast frei vor dem Bremer Kasten steht), Rafael oder den quirligen
Kluge. Wiese hat momentan echt einen Lauf, was man vom Werder Sturm nicht
gerade behaupten kann. Almeyda ist extrem pomadig unterwegs, Klose gibt
sich redlich Mühe, jedoch ohne Erfolg, Diego läuft viel, aber
auch ihm fällt nicht so richtig viel ein.
Dann verletzt sich der bis dahin undiskutabel und phlegmatisch aufspielende
Borowski für ihn kommt Vranjes, was sich gleich vorteilhaft
bemerkbar macht. Die Bremer Angriffsmaschine läuft wieder, nicht
gerade extrem ideenreich vor dem gegnerischen Strafraum, aber der Druck
ist da, und zahlt sich in der 83. Minute endlich aus: Vranjes drischt
aus 20 Metern drauf, Keller kann auch diesen (abgefälschten) Ball
nicht halten. Kurz zuvor Schrecksekunde im Werder Strafraum, Mertesacker
und Gohouri prallen mit den Köpfen zusammen, der Bremer muss schwer
verletzt raus (Platzwunde), der Gladbacher trägt jetzt einen weißen
Turban und hätte, wäre er nicht schwarz, gute Chancen den Dieter-Hoeneß-look-alike-contest
zu gewinnen. In der 90. Minute hält Frings noch mal drauf
der Ball wird von Diego abgefälscht, der leider im Abseits steht,
weshalb es beim 1:2 bleibt. Teile des Gladbacher Publikums streichen dennoch
enttäuscht die Segel und verlassen in Scharen das Stadion.
Sie bringen sich damit um ein dramatisches Finale: die Fohlen bäumen
sich noch mal auf, in der 94. Minute erhalten sie einen Freistoß:
Insua-Flanke vors Werder-Tor, Dieter Gohouri verlängert
Rafael jagt die Pille vom Fünfmeterraum-Eck in die Maschen. Abpfiff.
Fazit: Ein bisschen glücklich, der späte Ausgleich, über
die gesamte Spielzeit gesehen aber keineswegs unverdient. Wenn Gladbach
so weiter spielt und kämpft, steigen sie nicht ab. Zu Werder: In
der Hinserie hat der Super-Sturm Werders Abwehrprobleme überdeckt.
Seitdem die vielgelobte Offensive Sand im Getriebe hat, kann sie keiner
mehr übersehen. Höchstens die Jungs vom Kicker.
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