| Gastkommentar von Achim, 11.12.2005 | |||
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| Sonntag, 11.12.2005: 1. FC Karnevalsverein – Werder Bremen: 1-4 50.000 Zuschauer im ausverkauften Rheinenergie-Stadion erwarten eine Partie zweier personell angeschlagener Mannschaften. Bei den Kölnern fehlen Podolski, Streit und Alpay, bei Bremen der zuletzt überragend aufspielende Borowski und Pasaanen – Klose mit Maske dabei, Klasnic immerhin auf der Bank. Die Anfahrt zum Stadion verläuft problemlos, auch ohne das zwar protzig angekündigte, aber offensichtlich noch nicht vorhandene „Parkleitsystem“. Wohl noch in Planung für die WM. Die Partie beginnt mit einem munterem, zeitweise etwas ziellos anmutenden Hin- und Hergeplänkel, die erste Chance haben die Bremer: Valdez wird freigespielt, sein überhasteter Gewaltschuss verfehlt aber – wie gewohnt – das Ziel. Der Tabellendritte mit spielerischem Übergewicht, ohne dabei entscheidend vor das Kölner Gehäuse zu kommen. Die Kölner mit weniger Mitteln, aber irgendwie beherzter, zudem merken sie schnell: bei der Abwehr geht was! Im Mittelfeld scheitert ein leichtsinniger Doppelpassversuch von Micoud und Klose, dann geht es ruck zuck: Steilpass auf Szabics, der fackelt nicht lange, doch Reinke pariert mit großartigem Reflex! Diese erste Aktion gibt dem zuletzt arg Gebeutelten, wie sich zeigen wird, Sicherheit. Die Kölner sind jetzt wach und legen nach: Pass auf die linke Seite, Gefahrenhorst wird vernascht, die scharfe Flanke nach innen erreicht den mutterseelenallein wartenden Szabics, der vor Reinke an den Ball kommt und ihn artistisch aus spitzem Winkel ins Bremer Tor zirkelt: 1:0. Die Führung kommt etwas unerwartet vom Spielverlauf her, aber angesichts der Unzulänglichkeit der Bremer Abwehr auch nicht ganz überraschend. 10 Minuten später erarbeitet sich Micoud einen Freistoß, etwa 30 Meter vorm Tor. Naldo läuft an und rammt die Kugel mit viel Effet ins rechte Eck. Den hätte Wessel eigentlich haben müssen, auch wenn zu bedenken ist, dass Naldo „eine große Keule hat“, wie Trainer Schaaf nach dem Spiel etwas eigenwillig die Schussqualitäten seines Innenverteidigers umschrieb. Kurz vor dem Pausentee noch ein schönes Solo vom agilen Scherz, der aber erneut an Reinke scheitert. Nach dem Seitenwechsel gelingt den Bremern eine Traumkombination:
Micoud wird steil auf den linken Flügel geschickt, er lässt
den Kölner Abwehspieler stehen und flankt auf den innen völlig
freistehenden Klose, der sich natürlich nicht lange bitten lässt
und lässig einschiebt. Nach der Führung versucht sich Werder
im Ergebnis verwalten, dabei durchaus dominant, aber auch zu pomadig,
um nicht zu sagen: überheblich: die Bälle werden hin- und hergeschoben,
häufig auch Rückpässe, was meinem Vater regelmäßig
die Schweißperlen auf die Stirn treibt, denn besonders Owomoyela
schießt einen Bock nach dem anderen. Was dieser Mann in der Nationalmannschaft
zu suchen hat: es ist mir – trotz des ein oder anderen Lichtblicks
bei ihm – ein Rätsel. Andreasen und Naldo sind auch nicht viel
besser, der Einäugige unter den Blinden des Bremer Abwehrtorsos heißt
heute: Gefahrenhorst (Schulz hat Gottseidank nicht mitgespielt, gut für
meine Managermannschaft). Auf einmal sind wieder die Kölner am Drücker
und kommen – jeweils nach bemerkenswerten Klöpsen der Werderaner
Hintermannschaft – zu mehreren Chancen, darunter zwei fast Hundertprozentige,
die Reinke beide entschärfen kann. Die Bremer werden etwas nervös,
Micoud, einer der Aktivposten heute, trotz gelegentlicher Ruhephasen,
sieht wegen Meckerns gelb, Frings bettelt ebenfalls um den gelben Karton,
doch der gut pfeifende Schiri Stark zeigt sich großmütig. Gleichwohl:
Es kommt es nicht mehr zum Ausgleich, in der Schlussphase schlägt
Werder eiskalt zu: Baumann mit Traumpass auf Frings, der im Sechzehner
erst den Ball zu vertändeln droht, ihn dann aber gerade noch auf
den von hinten anrauschenden Micoud ablegen kann: der zieht ab: 1:3 –
die Entscheidung! Die Kölner Fans strömen nun enttäuscht
aus dem Stadion und bringen sich um den fußballerischen Genuss des
2. Zuckertors von Klose. Der mittlerweile eingewechselte Klasnic wird
auf der linken Außenbahn auf die Reise geschickt, butterweich flankt
er auf Klose, der lässt den Ball von der Brust abtropfen, legt, um
den herausstürzenden Wessel zu verladen, sich die Kugel volley von
rechts auf links und schließt schulbuchmäßig mit einem
satten Droppkick ab. Mit diesem Tor des Monats ist gleichzeitig Schluss.
Nach der Partie kommt Reinke noch mal alleine vor die Werder-Kurve, um
sich verdientermaßen feiern zu lassen – den etwas zu hoch
ausgefallenen Sieg verdankt die Mannschaft ihm – und dem wiedervereinigten
K&K-Sturm. |
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