Unsere freundliche Eintracht gewinnt gegen den Club und auch Stefan Lexa freut sich!
 

27. August 2005, Waldstadion zu Frankfurt

Eigentlich ist es mir nicht erst gestern aufgefallen, was für eine freundliche Mannschaft wir in unserem Waldstadion regelmäßig besuchen, unterstützen und bewundern. Gestern haben wir uns natürlich besonders gefreut, als unsere einträchtlichen Freunde drei Punkte holten, gegen den auch nicht unsympathischen Club. Klar, ich habe lange in Nürnberg gelebt, habe gestern sogar einen Nürnberger mitgebracht ins Stadion, und kann auch gut den liebevollen Ausspruch nachvollziehen, den man nach einem Spiel wie gestern hier und da in Franken hören wird: "Der Clubb is a Depp, aber i moochenen trotzdem." Was soviel heißen soll, dass die Nürnberger ihre Mannschaft gernhaben, auch wenn sie mal Blödsinn spielen.


Selbst der Clubberer fühlt sich wohl in netter Frankfurter Gesellschaft

Nun, das geht uns doch ähnlich, oder? Schließlich kann man, 3 Punkte hin oder her, auch nicht gerade behaupten, dass unser Lieblingsverein uns gestern davon überzeugt hätte, dass sie in dieser noch recht jungen Saison neben all denen, die sich die Großen nennen, mithalten werden können. Nürnberg, gut, ein Gegner "auf Augenhöhe" liest man hier und da. Mitspielen bei den Großen, das ist doch das Größte. Das kenne ich noch aus meiner Kindheit, mit zwei älteren Geschwistern. Und gestern haben wir uns eben auch wieder gefreut, dass wir mitspielen dürfen in der Liga der Großen.

... nicht nur eine ordentliche Platzpflege macht unsere Eintracht so attraktiv.
Aber was macht eigentlich unsere Eintracht so sympathisch? Nein, es ist natürlich nicht der Erfolg, der macht vielleicht angeblich attraktiv, aber sympathisch? Nein, das kann man mit einem Blick nach Bayern wirklich nicht behaupten. Ich glaube viel mehr, was die Eintracht vielen ihrer Mitstreiter voraus hat, ist nicht nur ihr einzigartiges Stadion und Fans, sondern ihre Freundlichkeit. Ja, wirklich, Funkels Jungs machen (in der Regel) einen fast wohlerzogenen Eindurck! Lasst mich nach ein paar Beispielen suchen.... Klar fällt mir sofort Du-Ri Cha ein, der in einem Interview einmal sagte, es sei ihm wichtiger, ein guter Mensch als ein guter Fußballer zu sein. Und dass er ein guter Mensch ist, das glaube ich ihm auch ganz ohne Zweifel.

Schauen wir auf das Auswärtsspiel in Berlin: Zweiter Spieltag, null Punkte. Und was passiert? Die freundlichen, geduldigen Fans singen nach wie vor "nie wieder zweite Liga", und bejubeln ihre Mannschaft noch lange nach dem Abpfiff. Und was passiert danach? Arie van Lent, dem sein Eigentor bestimmt noch eine Weile im Magen lag, und Jermaine Jones bedanken sich nach dem Spiel in einem offenen Brief an die Fans für ihre Unterstützung, und versprechen, alles zu geben, dass gegen Nürnberg drei Punkte eingefahren werden. Bingo, es geht doch. Und gerade Jones erziehlt dann den schönen Führungstreffer! Und was macht er? Er läuft zu seinem Trainer und bedankt sich, dass er auf seiner Position im Mittelfeld spielen durfte. Ist doch rührend oder?

In der zweiten Minute der Nachspielzeit wird Stefan Lexa eingewechselt, er läuft ungefähr simultan mit dem Schlusspfiff auf dem Rasen ein. Das passiert ihm nicht zum ersten Mal. Gut, gegen RWO durfte er von Anfang an, was uns auch sehr gefreut hat, aber Last Minute Einwechslungen hat er schon öfters erlebt. Umso erstaunlicher, dass man diesen jungen Mann zweifellos als freundlichstes Mitglied des Kaders bezeichnen kann. Egal wo man ihn sieht, stets hat er ein sonniges Lächeln auf den Lippen. Was ist nur sein Geheimnis? Ist er seit vielen Jahren frisch verliebt? Hat er eine religiöse Erleuchtung erfahren? Oder macht es ihm nur einfach sehr viel Spass in der Nähe seiner Freunde zu sein, egal, ob im Einsatz, beim Training, beim Aufwärmen oder auf der Bank? Da fällt mir das Auftakttraining unserer Eintracht ein. Während man bei seinen Kollegen ab und zu angestrengte Gesichter sehen konnte, fiel er uns mal wieder durch seine extreme gute Laune auf:

Phänomen Lexa: Einfach nur Sonne im Herzen? Egal, unsere hat er längst erobert.

Und gestern haben wir eben alle mal wieder etwas Optimismus tanken können, plötzlich erscheint auch Hannover nächste Woche machbar, und dann? Die Hamburger und die Bayern? Die können uns mal. Und Oliver Kahn verordnen wir ein Gesichtsmuskeltraining bei Stefan Lexa.

Natürlich sind bei unserem Lieblingsverein nicht nur die Spieler extrem freundlich: