Samstag, der vierzehnte
14.Februar 2009- Eintracht Frankfurt - VfL Wolfsburg
0:2
Der vierzehnte Februar ist ja immer wieder ein beliebtes Datum, nicht
nur unter Frischverliebten, nein, auch die Blumen- und Schokoladenverkäufer
freuen sich Jahr um Jahr auf diesen Termin, der dieses Jahr übrigens
direkt einem Freitag dem dreizehnten folgte. Ich habe mich auch gefreut
auf diesen Tag, und wie! Natürlich nicht wegen dem weltweit überschätzten
Valentinstag, auch wenn ich natürlich gerne als Liebeserklärung
für meinen Lieblingsverein dafür gesorgt hätte, dass
es nach dem von mir prognostizierten Kantersieg rote Rosenblätter
auf den Rasen und unsere Jungs regnet.. Aber irgendwie hat das mit
den roten Rosen nicht hingehauen und mit dem Kantersieg auch nicht,
und so ganz frisch ist ja auch meine Liebe zu meiner Eintracht auch
nicht mehr.
Sonnenschein und gute Laune weckten an diesem Samstag also trotz allem
die ersten Frühlingsgefühle in mir, und schon in der Straßenbahn
Richtung Waldstadion fühlte ich, dass dies ein guter Tag würde
und dass eigentlich gar nichts schiefgehen konnte. Selbstverständlich
hätte ich es besser wissen müssen, denn mit dem sogenannten
Bauchgefühl liegt man bekanntermaßen oft daneben.
So auch unser guter Friedhelm Funkel, der letzte Woche angekündigt
hatte, er würde eben dieses Bauchgefühl entscheiden lassen,
wer letztendlich den rotgesperrten Chris in der Partie gegen Wolfsburg
ersetzen sollte. Nun, wer weiß, was in Funkels Bauch vor sich
ging, als dieser die Entscheidung gegen Vasoski und für Bellaid
traf. Vielleicht lag ihm irgendetwas schwer im Magen.
Aber woran lag es jetzt eigentlich wirklich, dass dieser Samstag dann
doch so verunglückt endete, und unsere Jungs daheim von dem ungliebten
Verein aus der VW-Stadt mit 0:2 vom Platz gefegt wurden!? Ich habe
mich während und nach dem Spiel mal etwas umgehört, wer
denn nun die Schuld trägt:
Meiäh, Meiäh, Meiäh!, rief man lautstart
in meinem Block. Dieser Ruf war natürlich keineswegs als Sympathiebekundung
zu verstehen, im Gegensatz zum folgenden
CA-IO, CA-IO. Der imaginäre Heilsbringer kam dann
sogar relativ früh, machte aber auch nur einen ganz kleinen Unterschied.
Friedhelm Funkel, das habe ich ja schon erwähnt, ist wohl auch
nicht so ganz unschuldig an dem Debakel. Auch wenn er, gewohnt lässig
und optimistisch, zwar nach dem Spiel bemängelt, dass einige
Spieler nicht ihre Leistung abgerufen hätten, er sich aber sicher
wäre, dass es gegen Karsruhe wieder gut laufen wird.
Der Schiedsrichter, auch gelbe Sau genannt, wurde natürlich fast
einhellig als Hauptschuldiger identifiziert, denn schließlich
gab er zwei glasklare Elfer für unsere Eintracht nicht, stattdessen
aber einen zweifelhaften ür Wolfsburg. Pfeiff mir einen Elfer
und das Spiel geht ganz anders aus.
Oder eben nicht. Und da kämen wir auch schon zu denjenigen, die
leider auch nicht so ganz unschuldig an dieser Niederlage waren: die
Mannschaft, die hinten patzte, vorn zu langsam und generell völlig
ideenlos war.
Schuld hat natürlich auch der VfL Wolfsburg. Die sind anscheinend
zu gut für uns.
Oder es war alles meine Schuld. Ich trug einen geliehenen Schal.
Oder die Wirtschaftskrise. Die wirkt sich eben jetzt auch irgendwie
aufm Platz aus.
Oder der Klimawandel, der macht den Rasen kaputt.
Oder Bruchhagen. Hätte er mal ein wenig mehr Geld lockergemacht,
dann hätten wir die Stürmerkanone Domenic Mutinda gekauft
und die Rückrunde hätte ganz anders begonnen.
So, und damit wären wir jetzt also wieder unten drin, im Abstiegskampf,
von dem ich zu Beginn dieser Saison so überhaupt keine Angst
hatte. Aber was solls? Jetzt wirds wenigstens wieder richtig spannend!