Meier, Meier, Meier!!
15.9.07 SGE - HSV 2:1

"Meiä, Meiä, Meiäähhh!"

Alex Meier ist eigentlich kein typischer Fußballspieler. Der junge Mann, der von einer bekannten Frankfurter Zeitung gerne "der lange Schlaks" genannt wird, wirkt immer ein wenig still, drängelt sich nie in den Vordergrund und schwingt auch keine großen Reden. Man hat stets das Gefühl, dass er nicht gerne redet, wenn er, die Augenbrauen ein wenig hochgezogen mit einem etwas verträumten Gesichtsausdruck, geduldig die Fragen der Journalisten beantwortet. Ob das zweite Tor denn so geplant gewesen wäre, möchte einer von ihnen nach dem Spiel am Samstag wissen. "Ja, der sollte schon reingehen", sagte er, klar, natürlich sollte der reingehen. Blöde Frage, soll er ja immer, klappt aber eben nicht immer.

Im Moment klappt bei unserer Eintracht aber ziemlich viel. Und vor allem eben unserer Nummer 14. In der inzwischen 5 Spieltage alten Saison traf er bereits vier mal, dazu noch dreimal im Pokal. Einige Zuschauer müssen sich langsam auf die Zunge beißen, wenn sie wieder einmal zum gewohnten Ruf "Meiä, Meiä, Meiä" anstimmen und auch die ewigen Skeptiker, die diesen "Meiä" in den letzten Jahren immer wieder gerne aus dem Kader verbannt haben, müssen nun langsam dessen unauffällige Genialität akzeptieren.

Diesen dritten Heimsieg der Saison verdanken wir also zum großen Teil diesem fast zwei Meter großen Jungen, der eben manchmal einfach auftaucht und trifft. Aber natürlich ist es nicht nur Meier. Weißenberger zum Beispiel, an den man ja schon fast nicht mehr denkt, machte seine Sache richtig gut, und Streit, der sowieso. Eigentlich sollte man gar niemanden hervorheben, denn in der Mannschaft scheint es im Moment einfach zu stimmen. Gegen den HSV in Führung zu gehen ist eine Sache. Aber nach dem Ausgleich durch einen fragwürdigen Elfer noch einmal richtig Gas zu geben und die drei Punkte einzuheimsen, das ist nicht selbstverständlich. Und so war es dann auch gar nicht mehr wichtig nach dem Spiel, ob der Elfer wirklich ein Elfer war und ob es für das Foul an Streit nicht mindestens rot hätte geben müssen. Und unsere Eintracht findet sich nach dem fünften Spieltag auf Platz drei wieder, und allseits überschätzte Namen wie van der Vaart oder Zidan werden nach dem Spiel überhaupt nicht mehr erwähnt.

Klar werden wir mit allen Beinen auf dem Boden bleiben. Platz drei, das ist an Spieltag fünf kein Grund, in Euphorie auszubrechen, und natürlich wissen wir, dass noch viel passieren wird in dieser Saison. Und natürlich redet keiner von uns vom Uefapokal oder anderen Spinnereien. Aber was solls? Heute dürfen wir uns einfach ungehemmt an der Tabelle erfreuen. Und dem Meier, dem wünsche ich noch ganz viele schöne Tore..... (js)

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