Ich fahr ja gerne mal auch auswärts zur Eintracht, vor allem in
NRW, schliesslich sind die Auswärtsspiele dort für mich näher
als die Heimspiele in Frankfurt. Normalerweise.
Und normal fing am Samstag nach Aachen auch alles an: Ich bestieg in
Düsseldorf den Regionalexpress und schnell wurde Bekanntschaft
mit anderen Adlerträgern geschlossen und über Trainer, Aufstellung,
Stürmerproblem etc. gefachsimpelt. Schliesslich wissen wir Fans ja
meistens alles besser.
So verlief die Fahrt nach Aachen recht kurzwelilig, im Bus zum Stadion
wurden -unter den relativ wohlwollenden Blicken der wenigen Aachener
im Bus- noch ein paar Gesänge angestimmt, und schon waren wir am altehrwürdigen
Aachener Tivoli.
Und wie es sich gehört, wenn man zum Fussball in ein schönes altes Stadion geht,
das diesen Namen noch verdient und natürlich kein Dach oder gar Heizlampen über den Tribünen hat, fing es sofort an zu regnen.
Naja, egal, ich bin ja nicht aus aus Zucker, dachte ich mir,
bis mir einfiel, das mir der Regen zwar nicht viel ausmacht, meiner nicht wassedichten Kamera incl. nagelneuem Teleobjektiv aber sehr umso mehr.
Also versuchte ich mich im Multitasking, Spiel schauen,
Fotos machen und gleichzeitig die Kameras so trocken wie möglich halten.
In der ersten Halbzeit ging es noch ganz gut, leider stand ich für die beiden wunderschönen
Takahara-Tore auf der faschen Seite, also gelangen mir keine schönen Torjubelbilder.
Zur Halbzeitpause wurde der Regen immer schlimmer, die Foto- und Filmleute flüchteten sich alle
zum relativ trockenen Marathontor, aber von dort aus konnte man leider das Spielfeld überhaupt
nicht sehen.
Der Regen hörte nicht auf, und so kam es dann, das ich mit mit einigen Kollegen in den trockenen Presseraum flüchtete.
Ist mir auch noch nie passiert: Live im Stadion dabei,
aber das Spiel auf Arena verfolgen. Nun ja. Schade, dass meine Fotokarte keine Zugangsberechtigung zur Tribüne hatte.
Aber was solls, Takahara machte bekanntlich noch ein Tor, die Eintracht gewann 3:2,
und da ist es doch egal, ob man den Torjubel live sieht oder nur ein leises Echo im Presseraum hört.
Alle waren gut drauf nach dem Spiel, die Spieler, Friedhelm Funkel, die Fans sowieso, und ich bekam sogar noch meine geplante Regionalbahn nach Düsseldorf.
Leider blieb die Bahn dann irgendo auf freier
Strecke zwischcen Aachen und Köln stehen, es roch etwas komisch, und dann kam die Durchsage: Wegen eines Brandes bitten wir Sie, den Zug zu verlassen.
Im ersten Moment wurde mir dann etwas mulmig, doch die Fans nahmens mit Humor. Wie bemerkte einer sehr weise: Es hätt doch noch schlimmer kommen können, stellt euch vor,
wir hätten das Spiel verloren und sässen jetzt in einem Flugzeug mit brennenden Bremsen.
Wo er recht hat, hat er recht.
Irgendwann, nach stundenlangem Warten, Umsteigen in einen Ersatzzug
in Rommeln oder so, Umsteigen in Köln und sinnnlosen Schaffner-Diskussionen
erreichte ich dann tatsächlich endlich Düsseldorf.
Nach vier Stunden Fahrt. Wie gesagt, normalerweise kommt man zu Auswärtsspielen in NRW schneller als nach Frankfurt. Aber nicht unbedingt schneller zurück....
PS: Ein herzliches Dankeschön an die NRW-Adler, die mich auf ihrem Ticket
mitfahren liessen: Mit Euch waren die vier Stunden Fahrt wenigstens
ziemlich lustig!